ArchivDeutsches Ärzteblatt9/1996Gesundheitsrat: Kurze Begründung
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LNSLNSLNSLNS Der Leserbrief vom Kollegen Liebrecht aus Soltau läßt mich schlußfolgern: er mag Die Grünen nicht (schade!), er mag den Begriff "Räte" nicht (wie wäre es mit dem von der SPD verwandten Begriff "Gesundheitskonferenzen", allerdings inhaltlich nicht ganz identisch?), er meint als "Halbgott in Weiß", Ärzte und Ärztinnen wüßten ohnehin am besten, wie das Gesundheitswesen für die übrigen Menschen zu organisieren sei (und deshalb versuche ich, die Forderung nach einem "Gesundheitsrat" kurz, simplifiziert und anschaulich zu begründen).
Wer kann am besten beurteilen, ob beispielsweise in Soltau ambulantes Operieren in Praxen oder im Krankenhaus verstärkt angeboten werden sollte? Ob die Verteilung von Krankenhaus-Fachabteilungen zwischen Soltau und umliegenden Städten zweckmäßig ist? Ob Apotheken, Physiotherapie oder Kinderärzte in den Gemeinden des Kreises Soltau-Fallingbostel optimal verteilt sind? Ob der ambulante ärztliche Notdienst in Soltau Weihnachten 1995 zufriedenstellend funktionierte? usw.
Wer kann dies wohl am besten diskutieren, beurteilen und, falls angezeigt, Änderungen planen und umsetzen? Die Ärzteschaft (siehe oben)? Krankenhausträger? Gesetzliche Krankenkassen (als primäre Finanzverwalter der Beitragszahler)? Kreistag? Stadtrat? Sozialminister? DGB? Arbeitgeber? Dies alles sind sektoral mehr oder weniger wichtige Entscheidungsträger. Bürgerinnen und Bürger beziehungsweise Patientinnen und Patienten interessiert und betrifft das übersektorale Gesamtbild, Gesamtergebnis des Gesundheitsbetriebs, und zwar vor Ort, in der Region. Auch wenn es bisher in keiner politischen Partei fertige griffige Organisations- und Lösungsformeln gibt, so ist das Problem doch offensichtlich, die politische Notwendigkeit ebenso: denen, um deren Gesundheit es geht, Einflußnahme und Entscheidungen über regionale Belange des Gesundheitswesens zu ermöglichen . . . Dr. med. Peter Hansen, Kirchditmolder Straße 38, 34131 Kassel
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