ArchivDeutsches Ärzteblatt14/1997Citalopram: Selektivster Wirkstoff seiner Klasse

VARIA: Wirtschaft - Aus Unternehmen

Citalopram: Selektivster Wirkstoff seiner Klasse

Dtsch Arztebl 1997; 94(14): A-935 / B-716 / C-656

Hoc, Siegfried

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS "Antidepressiv wirkende Substanzen zählen zu den am häufigsten verordneten Psychopharmaka. Einen hohen Stellenwert unter den Antidepressiva haben die Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI) erreicht. Sie wirken mindestens ebenso effektiv wie die tri- und tetrazyklischen Antidepressiva, zeigen aber ein viel günstigeres Sicherheits- und Nebenwirkungsprofil", so Professor Siegfried Kasper (Wien) auf
einem Fachpressegespräch der Arzneimittelfirma Promonta Lundbeck in Wien.
Unter den SSRI nimmt Citalopram (Cipramil®) eine Sonderstellung ein, da es sich um den selektivsten Sero- tonin-Wiederaufnahme-Hemmer handelt, der zur Zeit verfügbar ist. Sein guter antidepressiver Effekt wurde in mehreren klinischen Phase-II- und Phase-III-Studien an gut 4 000 Patienten mit einer Major Depression entsprechend den Kriterien des DSM-III und DSM-III-R gesichert.
Seit der ersten Zulassung im Jahre 1989 ist Citalopram mehr als vier Millionen Patienten verabreicht worden. In einer Sicherheitsbank sind aus 24 klinischen Studien Verträglichkeitsdaten gespeichert, die an über 3 100 Pa- tienten erhoben wurden. Unerwünschte Wirkungen wie Übelkeit, Schläfrigkeit, Mundtrockenheit, verstärkte Schweißbildung, Durchfall, Tremor und Ejakulationsversagen waren jedoch nur schwach bis mäßig ausgeprägt und reduzierten sich im Verlauf der Behandlung. Die akute Toxizität der Substanz ist ausgesprochen niedrig: auch die Einnahme der 100fachen therapeutischen Dosis wird ohne Folgeschäden toleriert.
"Die gute therapeutische Wirkung, die auch Angstsymptome erfaßt, die sehr gute Verträglichkeit und Sicherheit, die sehr niedrige Toxizität, das Fehlen von Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sowie die kleine Zahl von Kontraindikationen machen Cipramil® zum Antidepressivum der Wahl für die Allgemeinpraxis", so Dr. Dr. Gismar Ziegler (Stuttgart). Nach seinen Erfahrungen erfüllt Citalopram weitgehend die Forderungen, die heute an ein Antidepressivum gestellt werden müssen:
1 hohe Wirksamkeit
1 wenig Nebeneffekte, insbesondere keine anticholinergen und kardialen Nebenwirkungen
1 niedrige Toxizität
1 keine Interaktionen mit anderen Medikamenten oder Alkohol
1 möglichst wenige Kontraindikationen
1 schneller Wirkungseintritt und geeignet für die Langzeittherapie
1 keine sedierenden Effekte
1 leichte Handhabung und einfache Dosierung
1 keine therapeutischen Lücken bei der Monotherapie
1 auch bei multimorbiden und alten Menschen anwendbar.
Hinter dieser positiven Einschätzung von Citalopram steht auch Professor Eckart Rüther (Göttingen). Er sieht die Indikationen für das Antidepressivum in leichten, mittelschweren und auch schweren Depressionen wie auch in chronifizierten Depressionen im Rahmen von dysthymen Störungen bis hin zu Angst-, Panik- und Zwangsstörungen, und er erwartet von Cipramil® neue Impulse für die Depressionsbehandlung.
Bei leichten und moderaten Depressionen ist eine Tagesdosis von 20 mg ausreichend. Liegen schwere oder rezidivierende Depressionen vor, sind täglich 40 bis 60 mg Citalopram angebracht. Die Maximaldosis von 60 mg pro Tag sollte nicht überschritten werden. Bei älteren Patienten wird eine Tageshöchstdosis von 40 mg empfohlen. Das gilt auch für Patienten mit Nieren- oder Leberinsuffizienz. Siegfried Hoc
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema

Anzeige