ArchivDeutsches Ärzteblatt PP12/2007Trauernde Eltern: Universität Münster bietet Onlinetherapie

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Trauernde Eltern: Universität Münster bietet Onlinetherapie

PP 6, Ausgabe Dezember 2007, Seite 541

Hillienhof, Arne

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LNSLNS Eine Onlinetherapie für Eltern, die ihr Kind während oder kurz nach der Schwangerschaft verloren haben, hat Anette Kersting, Oberärztin an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Münster, entwickelt. „Unser Konzept beruht darauf, dass die meisten Eltern jung und daher vertraut mit dem Internet sind und wir auf diese Weise die Eltern bundesweit erreichen können“, sagte Kersting. Es sei vielen Eltern aufgrund der räumlichen Distanz nicht möglich, regelmäßig zu Therapiesitzungen zu kommen. Das Behandlungskonzept besteht aus zwei Schreibtherapiesitzungen pro Woche über fünf Wochen. Nach einem festgelegten Plan bekommen die Eltern demnach zwei Aufgaben pro Woche gestellt, die sie in mindestens 45 Minuten schriftlich beantworten müssen.
Für die Eltern sei die schriftliche Auseinandersetzung mit dem traumatischen Erlebnis hilfreich. „Es geht um das Erinnern. Darum, die einzelnen Situationen noch einmal durchzugehen“, so Kersting. Die Eltern senden ihre Essays per Internet an Kerstings Team. „Wir garantieren eine Bearbeitung dieser Antwort innerhalb eines Werktags“, betonte die Psychotherapeutin. „Unsere Internetberatung ersetzt keine herkömmliche Therapie“, erklärte Kersting. Es gehe bei dem Angebot vielmehr darum, den Eltern zu vermitteln, dass ihre Trauer ganz normal sei. Auch wenn es den meisten gelinge, sich nach einer Zeit intensiver Trauer wieder den Anforderungen ihres Alltags zuzuwenden, gebe es doch immer wieder Menschen, die den Verlust nicht bewältigen könnten, im Trauerprozess stecken blieben und infolge dessen an einer psychischen Störung wie einer Depression oder Angsterkrankungen litten. Informationen: www.internetthera pie-trauernde-eltern.de hil
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