ArchivDeutsches Ärzteblatt PP12/2007Angststörungen: Starke Familienbindung gegen Angst

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Angststörungen: Starke Familienbindung gegen Angst

PP 6, Ausgabe Dezember 2007, Seite 568

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LNSLNS Psychologen der University of Minnesota Medical School haben den Einfluss der Familie auf eine Gruppentherapie gegen Ängste bei Kindern untersucht. Sie behandelten 61 Kinder im Alter zwischen sieben und elf Jahren mit einer Angststörung durch kognitiv-behaviorale Gruppentherapie. Bei einer Gruppe wurden nur die Kinder behandelt, bei der anderen Gruppe nahmen auch die Eltern an einem separaten Training teil. „Am meisten profitieren Kinder von der Therapie, die aus Familien mit einer engen, emotionalen Bindung stammten und deren Eltern in die Therapie einbezogen wurden“, berichten die Forscher. Weniger gute Erfolge erzielten hingegen Kinder, deren Eltern nicht mitbehandelt wurden oder die in ihren Familien Überbehütung, Kontrolle, Zurückweisung oder Vernachlässigung erlebten. Nachuntersuchungen zeigten, dass Überforderung, psychische Störungen oder Stress der Eltern keinen direkten Einfluss auf den Therapieerfolg hatten. Allerdings war die emotionale Bindung in Familien mit diesen negativen Vorzeichen deutlich schwächer ausgeprägt. Nach Meinung der Forscher sollten Eltern in die Behandlung von Kindern mit Angststörungen einbezogen werden, wobei auch die Stärke der interpersonellen Bindungen innerhalb der Familie Berücksichtigung finden sollte. Zur Förderung bindungsschwacher Familien eignen sich beispielsweise Interventionen aus dem Bereich der systemischen Familientherapie. ms

Victor A, Bernat D, Bernstein G, Layne A: Effects of parent and family characteristics on treatment outcome of anxious children. Journal of Anxiety Disorders 2007; 21(6): 835–48.
Andrea Victor, Division of Child and Adolescent Psychiatry, University of Minnesota Medical School, Minneapolis, MN, US, E-Mail: avictor@umn.edu
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