ArchivDeutsches Ärzteblatt PP12/2007Früherkennung: Vorboten hyperkinetischer Störungen

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Früherkennung: Vorboten hyperkinetischer Störungen

PP 6, Ausgabe Dezember 2007, Seite 569

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LNSLNS Wissenschaftler der Universität Potsdam und des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit Mannheim haben sich mit Vorboten hyperkinetischer Störungen befasst. An der Studie nahmen 322 Kinder teil, die im Alter von drei Monaten, zwei, viereinhalb und acht Jahren untersucht wurden. Bei der letzten Untersuchung wiesen 26 Kinder hyperkinetische Störungen, 25 emotionale Störungen und 30 Störungen des Sozialverhaltens auf, während 241 Kinder unauffällig geblieben waren. Ein Risikofaktor, im Grundschulalter hyperkinetische Störungen zu entwickeln, bestand in einem niedrigen Geburtsgewicht. Weitere Risikofaktoren waren psychosoziale Probleme innerhalb der Familie, die Herkunft der Mutter aus zerrütteten Verhältnissen und die Delinquenz des Vaters. Darüber hinaus spielten auch elterliche Fürsorge und Erziehungsverhalten eine Rolle. „Eltern der später hyperkinetischen Kinder zeigten häufigeres beziehungsweise ausgeprägteres vernachlässigendes Verhalten im Säuglingsalter als Eltern der später unauffälligen beziehungsweise emotional auffälligen Kinder“, schreiben die Wissenschaftler. Trotz dieser Befunde ließen sich spezifische Vorboten für hyperkinetische Störungen im Grundschulalter nicht ausmachen, sodass die Vorhersage aus Bedingungen im Säuglingsalter nach wie vor unbefriedigend bleibt. ms

Esser G, Fischer S, Wyschkon A, Laucht M, Schmidt M: Vorboten hyperkinetischer Störungen – Früherkennung bereits im Säuglingsalter möglich? Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie 2007; 35(3): 179–88.
Prof. Dr. Günter Esser, Institut für Psychologie, Professur für Klinische Psychologie/Psychotherapie, Hans-Liebknecht-Straße 24–25, 14476 Golm, E-Mail: gesser@uni-potsdam.de
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