ArchivDeutsches Ärzteblatt15/1997Direktangioplastie: Nachbehandlung mit Tirofiban

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Direktangioplastie: Nachbehandlung mit Tirofiban

Blaeser-Kiel, Gabriele

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LNSLNS Als Soforttherapie bei instabiler Angina pectoris oder Myokardinfarkt wird heute immer häufiger eine Angioplastie (PTCA, Ballondilatation) erwogen. Limitierender Faktor für den Langzeiterfolg ist die nicht unerhebliche Rate an Wiederverschlüssen besonders bei Hochrisikopatienten. Ob die Komplikationsrate durch die Nachbehandlung mit Tirofiban vermindert werden kann, wurde deshalb an 2 139 Patienten untersucht, bei denen in- nerhalb von zweiundsiebzig Stunden nach Schmerzbeginn eine PTCA durchgeführt worden war. Tirofiban (MSD Sharp & Dohme) ist ein neuer, sehr spezifisch wirksamer Hemmer von Glykoprotein-IIb/IIIa. Die Blockade dieses Rezeptors auf der Zellmembran der Thrombozyten verhindert die Bindung von Fibrinogen und damit - laut Prof. Pierre Theroux aus Montreal - den "letzten und obligatorischen Schritt zu Plättchenaggregation beziehungsweise Thrombusentstehung und -wachstum".
In der Studie "Restore" wurde Tirofiban nach PTCA als Bolus von 10 µg pro kg Körpergewicht über drei Minuten verabreicht, gefolgt von einer Infusion über 36 Stunden mit 0,15 µg/kg/Minute. Erfolgskriterium war das Verhindern von Tod oder Myokardinfarkt beziehungsweise Bypassoperation, erneuter Angioplastie oder Stentinsertion. Nach Angaben von Prof. William Weintraub (Atlanta) konnte durch Tirofiban die Rate aller klinischen Ereignisse/Interventionen im Vergleich zu Plazebo statistisch signifikant gesenkt werden.
Der Unterschied betrug nach zwei Tagen 38 Prozent, nach sieben Tagen 27 Prozent und nach dreißig Tagen 16 Prozent. In etwa zwei Drittel der Fälle mußte eine notfallmäßige Revaskularisierung durchgeführt werden.
Auch in dieser Hinsicht, so Weintraub, waren die Tirofiban-Patienten im Vorteil - diese Eingriffe waren 24 Prozent seltener innerhalb von dreißig Tagen nötig als bei Patienten unter Plazebo. Blutungskomplikationen waren in beiden Gruppen gleich.
Gabriele Blaeser-Kiel
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