ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2007Ärztliche Psychotherapie: STÄKO formiert sich neu

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Ärztliche Psychotherapie: STÄKO formiert sich neu

Bühring, Petra

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„Die sprechende Medizin darf nicht hinten überfallen“, sagt Fritz Hohagen, neu gewählter Sprecher der STÄKO. Foto: Peter Wirtz
„Die sprechende Medizin darf nicht hinten überfallen“, sagt Fritz Hohagen, neu gewählter Sprecher der STÄKO. Foto: Peter Wirtz
Die ärztliche Psychotherapie soll besser wahrgenommen und ihre Stellung innerhalb der Medizin gestärkt werden. Dazu hat sich die Ständige Konferenz ärztlicher psychotherapeutischer Berufs- und Fachverbände (STÄKO) im Rahmen des Kongresses der deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde eine neue Struktur- und Geschäftsordnung gegeben. Die 1995 gegründete STÄKO umfasst das gesamte Spektrum ärztlicher Psychotherapie über Psychosomatik, Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychoanalyse und Psychotherapie in anderen Fachgebieten. „Wir wollen die psychotherapeutische und psychosomatische Kompetenz im ärztlichen Handeln stärken“, sagte der neu gewählte Sprecher, Prof. Dr. med. Fritz Hohagen, Lübeck. Die sprechende Medizin dürfe nicht hinten überfallen. Stellvertretende Sprecher sind Dr. med. Karin Bell, Köln, Dr. med. Astrid Bühren, Murnau, Dr. med. Christa Roth-Sackenheim, Andernach, und Dr. med. Christa Schaff, Weil der Stadt.
Die STÄKO setzt sich für die Aufhebung der sogenannten 90-Prozent-Regelung ein. Nach dieser gesetzlichen Vorgabe werden psychotherapeutische Leistungen von Ärzten, die zu weniger als 90 Prozent psychotherapeutisch tätig sind, nicht mit einem festen, sondern einem floatenden Punktwert vergütet. Daher lohnt sich die Psychotherapie für viele kaum noch. Zudem will die STÄKO darauf hinwirken, dass sich auf die unbesetzten Vertragsarztsitze für ärztliche Psychotherapeuten (bundesweit rund 1 800) nach dem Wegfall der 40-Prozent-Regelung Ende 2008 auch Psychiater niederlassen können.
Die STÄKO wünscht sich eine strukturelle Verankerung der ärztlichen Psychotherapie bei der Bundes­ärzte­kammer. „Wir hoffen auf einen Ausschuss oder ein Referat Psychotherapie“, sagte Bühren. PB
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