ArchivDeutsches Ärzteblatt50/20073 Fragen an... Dr. med. Wolfgang Panter, Präsident des Verbands Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW)

POLITIK

3 Fragen an... Dr. med. Wolfgang Panter, Präsident des Verbands Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW)

Dtsch Arztebl 2007; 104(50): A-3458 / B-3042 / C-2939

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Wie beurteilen Sie die Regelung zur Gesundheitsvorsorge in den Betrieben nach dem Referentenentwurf zum Präventionsgesetz?
Panter: Von Betriebsärzten durchgeführte Früherkennungsuntersuchungen, wie sie nun möglich sein sollen, können dem Entstehen von chronischen Krankheiten vorbeugen und somit einen effizienten Beitrag zur Prävention leisten. Wir sehen damit unsere jahrelange Forderung aufgenommen, die Prävention und damit die Arbeitsmedizin als vierte Säule im Gesundheitswesen gesetzlich zu verankern. Der Arbeitsmediziner versteht sich heute als Berater in Unternehmen, als Arzt und Präventionsexperten für den Beschäftigten.

Wird der VDBW schon bald Verträge mit den Krankenkassen über Vorsorgeuntersuchungen abschließen?
Panter: Mit diesem Gesetzentwurf wäre das jedenfalls möglich. Es geht hier aber nicht in erster Linie um finanzielle Interessen, sondern darum, dass die Akzeptanz von Präventionsmaßnahmen bei Patienten, Unternehmen und Kostenträgern erhöht wird. Es nützt ja auch beiden: Dem Patienten sowieso, aber auch die Unternehmen und die Kostenträger profitieren davon, weil wirkungsvolle Prävention sich auch immer kostensparend auswirkt. Deshalb bin ich dafür, dass die Finanzierung der arbeitsbezogenen Prävention und Gesund­heits­förder­ung weiter in der Verantwortung der Arbeitgeber liegt. Die darüber hinaus gehenden Kosten der Gesundheitsvorsorge sind von den Sozialversicherungsträgern zu übernehmen. Die etablierten Strukturen sollten genutzt werden, um die gesamtgesellschaftliche Verankerung der Prävention zu sichern.

Die Betriebsärzte sind als einzige ärztliche Berufsgruppe direkt in einer Lebenswelt, einem bestimmten Setting, tätig. Welche Chancen ergeben sich für Sie daraus?
Panter: Als Betriebsärzte nutzen wir den unmittelbaren Zugang am Arbeitsplatz zu den Beschäftigten und erreichen konkret diejenigen, die mit den üblichen Präventionsangeboten vielfach nicht erreicht werden können. Das ermöglicht in vielen Fällen auch bei den unteren sozialen Schichten, das Thema Vorsorge und individuelle Gesund­heits­förder­ung anzusprechen und konkrete Maßnahmen zur Prävention zu erarbeiten. Dabei suchen wir intensiv die Kooperation mit Haus- und Fachärzten.
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema