ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2007Erhöhtes Frakturrisiko unter PPI

MEDIZIN: Referiert

Erhöhtes Frakturrisiko unter PPI

Dtsch Arztebl 2007; 104(50): A-3492 / B-3073 / C-2970

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LNSLNS Zu den bekannten unerwünschten Wirkungen einer Langzeitbehandlung mit Protonenpumpenblockern (PPI) gehört bislang nur ein Absinken des Vitamin-B12-Spiegels, allerdings nur selten in einen therapiebedürftigen Bereich. Einer neuen Studie zufolge muss auch mit einem erhöhten Frakturrisiko, insbesondere bei einer Langzeittherapie mit höheren Dosen, gerechnet werden.
Die Autoren der Universität von Pennsylvania ermittelten den
PPI-Verbrauch von 13 556 Patienten mit einer Hüftgelenksfraktur und verglichen die Daten mit 135 386 Kontrollpersonen, die anhand der britischen General Practice Research Database der Jahre 1987 bis 2003 ermittelt worden waren. In einer zweiten Analyse wurde das Frakturrisiko unter einer PPI-Therapie mit dem von Patienten verglichen, die langfristig H2-Blocker eingenommen hatten.
Das adjustierte, kumulative Risiko einer Hüftgelenksfraktur war
unter einer PPI-Therapie nach einem Jahr um 22 %, nach 2 Jahren um 41 %, nach 3 Jahren um 54 % und nach 4 Jahren um 59 %
erhöht im Vergleich zu Patienten, die keine PPI eingenommen hatten. Die Einnahme höherer Dosen (mehr als das 1,75-fache der Standarddosis) für länger als 1 Jahr erhöhte das Frakturrisiko um den Faktor 2,65.
Nach dieser Studie muss einer von 336 Patienten, die ein Jahr lang PPI einnehmen, mit einer Schenkelhalsfraktur rechnen. In der Altersgruppe der Senioren ist eine Schenkelhalsfraktur mit einer Letalität von 25 bis 30 % verbunden. Wahrscheinlich bedingt die Säuresuppression im Magen eine verminderte Calciumresorption. Die Autoren empfehlen deshalb, bei entsprechender Indikation für eine PPI-Langzeittherapie die niedrigste wirksame Dosis bei älteren Patienten zu wählen und verstärkt Calcium in Form von Milchprodukten einzunehmen. Eine hochdosierte H2-Blockerbehandlung war im Übrigen ebenfalls mit einem erhöhten Frakturrisiko assoziiert, allerdings nicht so deutlich wie unter einer PPI-Behandlung. w
Yang Y-X et al.: Long-term proton pump inhibitor therapy and the risk of hip fracture. JAMA 2006; 296: 2947–53.
E-Mail: yangy@mail.med.upenn.edu

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