ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2007Kardiologenkongress: Der größte Risikofaktor ist das Leben selbst
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„Die Bevölkerung zieht die Einnahme von Tabletten einer unbequemen Änderung des gewohnten Lebensstils vor“ (Prof. Poole-Wilson). Vielen Dank für die bahnbrechende Neuigkeit. Und dann dazu noch beste Konsequenzen: „Patienten benötigen professionelle Unterstützung, um ihren Lebensstil zu ändern und ihre Risikofaktoren wirksam zu managen“ (Prof. Wood). Wo sind wir angekommen? Vergessen, dass der größte Risikofaktor das Leben selbst ist? Planen unsere Vordenker neben dem allumfassenden Gesundheitsüberwachungssystem orwellscher Prägung nun gleich den nächsten Schritt einer Lebensstilzwangsänderung nach Expertendesign? Wo bleibt denn die wohlbegründete Freiheit auch der Nichtexperten, das eigene Leben in Art und Dauer noch selbst leben zu dürfen? Es stünde den Experten und ihren Gremien gut an, ihre Kompetenzgrenzen zu erkennen, zu akzeptieren und den (potenziell) Kranken los- und es dann gut sein zu lassen. Udo Pollmer stellt in seinem Buch „Esst endlich normal“ eine hinterfragenswerte Antithese zu dem Diät- und Lebensstilfetischismus auf. Das Bemerkenswerte: Er hat reichlich seriöse Quellen auf seiner Seite; pikanterweise gehen die Ergebnisse der zur Diskussion stehenden Studie EUROASPIRE in diese Richtung; und auch der Reflex, erneut die Grenzwerte zu senken: wenn schon (wie altbekannt) kein Erfolg im Körpergewicht, dann wenigstens mehr Medikamentenumsatz . . .
Dr. Alexander Ulbrich, Birkheckenstraße 1,
70599 Stuttgart
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