ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2007Notfallmedizin: Guter Lotse

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Notfallmedizin: Guter Lotse

Dtsch Arztebl 2007; 104(50): A-3472 / B-3054 / C-2952

Burgstett, Oliver Andreas

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Burkhard Dirks (Hrsg.): Die Notfallmedizin. Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2007, 587 Seiten, gebunden, 89,95 Euro
Burkhard Dirks (Hrsg.): Die Notfallmedizin. Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2007, 587 Seiten, gebunden, 89,95 Euro
Hier ist im Springer-Verlag ein weiteres Lehrbuch aus dem Bereich Notfall- und Intensivmedizin erschienen – nach dem bewährten Rezept, das zu vermittelnde Wissen konsequent unter einzelnen Stichworten aufzulisten und durch Fotografien, schematische Darstellungen und Tabellen aufzulockern. Ferner sind viele notfallmedizinisch relevante Grund- und Lehrsätze sowie Anweisungen für die jeweilige „Soforttherapie“ farblich unterlegt oder eingerahmt.
Das Buch will dazu beitragen, fachkompetente Notärzte auszubilden, mit dem Schwerpunkt der Vermittlung von praxisorientierten Informationen; der Leser wird nicht durch unnötiges Studienbreittreten gelangweilt oder mit theoretischem Hintergrund überfordert. Der Hauptautor Burkhard Dirks ist der deutsche Vertreter des ERC (European Resuscitation Council), seine Ko-Autoren aktive Notärzte und Notarztausbilder – es fließt didaktische Erfahrung aus 31 notärztlichen Ausbildungskursen in das Werk ein. Es gibt eine Grundstrukturierung in drei Teile, der erste befasst sich unter dem Titel „Basiswissen zur Notfalldiagnostik und -therapie“ mit den Grundlagen der Notfallmedizin und ist somit auch an Medizinstudenten gerichtet. Der folgende Teil ist zweigeteilt, einerseits werden Notfälle nach Leitsymptomen (zum Beispiel „Bewusstseinsstörung“ oder „Atemstörung“) aufgegliedert, andererseits Pathologien nach Organen, Organgruppen oder Facharztgebieten („Kardiale-“, „Pulmonale-Notfälle“ oder „Urologische Notfälle“), respektive deren Traumata differenziert. Hier ist der Mediziner in der Notarztausbildung angesprochen, und es illustrieren dem Leser 70 Kasuistiken jeweils realistische Notfallsituationen, nach denen im Inhaltsverzeichnis auch explizit gesucht werden kann. Im dritten Teil kommen Probleme aus der Organisation und Logistik an die Reihe, wie „Aufbau des Rettungsdienstes“, „Ausstattung des Notarztes“ oder „Dokumentation und Qualitätssicherung“ – hier wird der Wissensdurst des aktiven Rettungsmediziners gestillt.
Der Hauptautor hat viele Artikel selbst verfasst und andere dahingehend überarbeitet, dass sie die Inhalte des Kursus für die Fachkunde „Arzt im Rettungsdienst“ oder Zusatzbezeichnung „Notfallmedizin“ wieder aufgreifen und vertiefen. Es handelt sich somit um eine kursbegleitende Literatur, die auf das gesamte Bildmaterial des ERC zurückgreifen kann und somit erklärender ist, als viele Worte es jemals sein könnten. Der Aufbau nach Symptomen ist wirklichkeitsnäher und dient – über differenzialdiagnostische Überlegungen des Lesers – somit auch sachdienlicher dem Zweck einer praxisnahen Ausbildung.
Weiter fällt positiv die relativ kurze Liste aller notfallmedizinisch relevanten Arzneimittel auf, die geradezu zum Auswendiglernen einlädt. Negativ ist die geringe Menge an oder Größe von Bildmaterial (zum Beispiel zur Anlage einer Thoraxdrainage) oder die fehlende Beschriftung von Röntgen- oder CT-Bildern, hier könnten Detailaufnahmen oder Beschriftungen wie Hinweispfeile sehr hilfreich sein. Das Buch ist ein guter Lotse durch die Notfallmedizin, der praxistaugliche Handlungsempfehlungen offeriert, die schnell zu verinnerlichen und beherzigen sind und somit dem richtigen Handeln unter Zeitnot gerecht werden. Oliver Andreas Burgstett
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