ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2007Kardiogener Schock: Unterstützungssystem nun mobil verfügbar

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Kardiogener Schock: Unterstützungssystem nun mobil verfügbar

Dtsch Arztebl 2007; 104(50): A-3500 / B-3080

Lessing, Nora

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LNSLNS Von 28 000 Patienten, die jährlich einen kardiogenen Schock erleiden, überlebt nur etwa ein Drittel die ersten 30 Tage nach dem Ereignis. Die Mehrheit verstirbt an den Folgen eines Multiorganversagens. Ihre Überlebenschancen können durch eine mechanische Kreislaufunterstützung verbessert werden. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass diese Maßnahme frühzeitig zum Einsatz kommt.
Bisher erfolgte die Behandlung eines kardiogenen Schocks mithilfe der konventionellen Herz-Lungen-Maschine (HLM). Problematisch jedoch war stets der Wettlauf gegen die Zeit: HLM müssen von Kardiotechnikern aufgebaut und bedient werden; zudem sind sie aufgrund ihrer Größe und ihres Gewichts für den mobilen Notfalleinsatz nicht geeignet. Diese Versorgungslücke soll die mobile HLM „Lifebridge“ schließen, die innerhalb der nächsten fünf Jahre etabliert werden soll.
Das Unterstützungsysstem ist verhältnismäßig klein, akkubetrieben und wiegt 17,5 Kilogramm, wodurch es im Krankenwagen mitgeführt werden kann. Die schnelle Einsatztätigkeit des Geräts innerhalb von fünf bis zehn Minuten ermöglicht eine rasche Stabilisierung des Patienten im kardiogenen Schock. In einer experimentellen Studie der Universität Köln und in Funktionalitätstests bei Routineeingriffen im Herzzentrum Berlin wurden jeweils ein Blutfluss von bis zu sechs Litern pro Minute erreicht.
Mit Lifebridge konnte bis zu 103 Minuten eine ausreichende Perfusion und Oxygenierung des Bluts sichergestellt werden. Die Verwendung der Lifebridge ist somit auch präemptiv bei Hochrisiko-Interventionen möglich. Dieses Konzept zur Behandlung des kardiogenen Schocks, so Prof. Dr. med. Roland Hetzer vom Deutschen Herzzentrum Berlin, „könnte die Prognose von Patienten erheblich verbessern“.
Nora Lessing
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