ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2007Psychosomatiker: Ohne lange Anträge zum Facharzt

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Psychosomatiker: Ohne lange Anträge zum Facharzt

Dtsch Arztebl 2007; 104(51-52): A-3512

Bühring, Petra

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Foto: Vario Images
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Die Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin (DGPM) hat gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Berlin und dem Berufsverband der Allgemeinärzte Berlin/Brandenburg ein Modellprojekt ins Leben gerufen, das die Zusammenarbeit zwischen Hausärzten und Fachärzten für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie verbessern soll. Eine Umfrage unter Berliner Hausärzten hatte zuvor ergeben, dass 80 Prozent von ihnen mehr Patienten an Psychosomatiker überweisen würden, wenn es dort Sprechstunden gäbe.
„Ohne die üblichen langwierigen Antragsverfahren können Patienten, die dringend eine psychosomatische Behandlung brauchen, nun kurzfristig zu uns in die Sprechstunden kommen“, begrüßt Dr. med. Anna Goeldel, stellvertretende Vorsitzende des DGPM-Landesverbands, die neue Regelung. Die Behandlung sei flexibler und mehr am individuellen Bedarf der Patienten orientiert als die Richtlinien-Psychotherapie. Die Leistungen für Beratung, Diagnostik und Therapie werden aus einem speziellen Topf bei der KV bezahlt, ohne dass die Krankenkassen zusätzliches Geld zur Verfügung stellen. Die Fachärzte für Psychosomatik haben immer wieder beklagt, dass sie für Leistungen außerhalb der Richtlinien-Therapie „quasi kein Geld“ erhalten, weshalb diese kaum angeboten wurden. Zurzeit sind 15 Fachärzte und drei psychosomatische Kliniken in Berlin an dem Kooperationsprojekt beteiligt.
Die DGPM hat außerdem ihre Geschäftsstelle nach Berlin verlegt. „Wir wollen näher am Herzen des Geschehens sein“, sagte deren Geschäftsführer, Dr. med. Dietrich Bodenstein, bei der Eröffnung der neuen Räume in der Jägerstraße 51 in Berlin-Mitte.
Neu ist auch die Fachzeitschrift der DGPM „Ärztliche Psychotherapie und und Psychosomatische Medizin“, die künftig viermal jährlich im Schattauer-Verlag erscheinen wird. Die Zeitschrift will neben wissenschaftlichen Beiträgen verstärkt gesundheitspolitische Themen aufgreifen. „Wir freuen uns auf lebhafte, kontroverse Diskussionen“, sagte der verantwortliche Redakteur, Dipl.-Psych. Dr. med. Wulf Bertram. PB
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