ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2007Arztberuf: Kein Platz mehr für ethische Verantwortung
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Man kann den getroffenen Aussagen nur zustimmen, nur bleiben die Ursachen der Entwicklung des Arztberufs in eine solche, der eigentlichen Heilkunde immer fremderen Richtung, weitestgehend unbeantwortet und nur oberflächlich angedeutet. Diese sind für mich in unserem gesellschaftswirtschaftlichen System begründet, welches eine durchgreifende Öko­nomi­sierung aller Arbeits- und Lebensbereiche fordert und realisiert. Unter dieser Prämisse hat nur das Bestand, was eine Profitmaximierung ermöglicht. Ethische Verantwortung und gewinnunabhängige menschliche Zuwendung haben da keinen Platz mehr . . . Die Politik versucht nun die Fiktion eines solidarisch-ethisch verpflichtenden Systems aufrechtzuerhalten, mittels Regulierung und Administration ausschließlich der Ausgabenbilanz, ungeachtet der ökonomischen Marktstruktur der Gesundheitseinrichtungen und der durch diese, kaum marktkompatibel zu erbringenden Leistungen. Warum sollen eigentlich Krankenhäuser und Praxen statt Gesundheit Gewinn produzieren? Richten soll es dann noch zusätzlich der alles heilende Wettbewerb, als ob man um Kranke wie um Einkaufskunden konkurrieren könnte. Wahrscheinlich wünscht man sich analog zum Handel den ärztlichen Discounter. Um Qualität wird es dabei wohl kaum gehen, denn Patienten wissen schon immer den guten vom weniger guten Arzt zu unterscheiden. Das ist aber kaum eine Frage des Preises. Angesichts solcher Perspektiven bleibt wenig Hoffnung auf eine Änderung im Sinne ärztlicher Heilkunst.
Dr. med. Thomas Drescher, Promenade 6 c,
06343 Mansfeld
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige