ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2007Max-Planck-Gesellschaft: Lizenzvertrag mit Springer gekündigt

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Max-Planck-Gesellschaft: Lizenzvertrag mit Springer gekündigt

Dtsch Arztebl 2007; 104(51-52): A-3544 / B-3122 / C-3014

Krüger-Brand, Heike E.

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LNSLNS Die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) hat ihren langjährigen Lizenzvertrag mit dem Springer Verlag zum 31. Dezember 2007 gekündigt, weil die Verhandlungspartner keine Einigung über ein adäquates Verhältnis von Preis und nachhaltigen Leistungen erzielen konnten. Springer sei von überhöhten Forderungen nicht abgerückt; deshalb habe die MPG den Vertrag gekündigt, so deren Vizepräsident, Kurt Mehlhorn. Durch Auswertung der Nutzungsstatistiken und Vergleiche mit anderen Verlagen sei deutlich geworden, dass Springer für die angebotenen Zeitschriften etwa das Doppelte des Preises forderte, den die MPG noch für vertretbar erachtet, heißt es in einer Presseerklärung.
Im Rahmen des bisherigen Vertrags war sämtlichen Max-Planck-Instituten der Zugriff auf rund 1 200 elektronische wissenschaftliche Zeitschriften des Springer-Verlags möglich. Durch das Scheitern der Verhandlungen kann die institutsübergreifende Literaturversorgung mit der Recherche-Oberfläche SpringerLink nicht mehr zentral zur Verfügung gestellt werden. Die MPG und die Max Planck Digital Library müssen jetzt mit den betroffenen Institutsbibliotheken Strategien erarbeiten, um die Versorgung mit unverzichtbaren Inhalten kostengünstig sicherzustellen.
Das Scheitern der Vertragsverhandlungen mit Springer ist ein vorläufiger Höhepunkt in der Auseinandersetzung mit global agierenden Wissenschaftsverlagen. Die extremen Preisentwicklungen in der Informationsversorgung sowie zusätzlich eingeschränkte Nutzungsmöglichkeiten bewegen die Wissenschaftsorganisationen weltweit zu einem Umdenken. Bereits 2003 hatte die MPG die „Berlin Declaration on Open Access to Knowledge in the Sciences and Humanities“ initiiert, die für öffentlich finanzierte Forschung vermehrt offene Publikationsmöglichkeiten fördern soll. KBr
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