ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2007Glaube: Gibt es einen Gott?

KULTUR

Glaube: Gibt es einen Gott?

Dtsch Arztebl 2007; 104(51-52): A-3566

Blöß, Timo

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Grundsätzlich ist es nicht einfach, ein Buch zu schreiben – etwa über Elton John, Hirnforschung oder den Streit um Darwins Evolutionstheorie. Richtig schwierig wird es jedoch, schreibt man über all diese Themen und Personen in einem einzigen Buch. Noch dazu, um eine der zentralsten Fragen der Menschheit zu beantworten: Gibt es einen Gott, oder gibt es ihn nicht?
Getraut hat sich das der studierte Theologe und Chefarzt des Kölner Alexianer-Krankenhauses, Dr. med. Manfred Lütz. „Religion ist für viele mal langweilige Festansprache, mal langweiliger Kindergottesdienst, mal betuliches Gutmenschentum. Religion ist nichts für Männer, kaum noch was für Frauen, und wenn überhaupt, etwas für Kinder. Dennoch geht die Frage nach der Existenz Gottes ausnahmslos alle an – oder keinen“, schreibt der Bestsellerautor in der Einleitung. Der Mensch, meint Lütz, müsse sich aber entscheiden: Existiere Gott nicht, sei jede Beschäftigung mit Religion verschwendete Zeit im befristeten irdischen Leben. Gebe es Gott aber tatsächlich, sei der Atheismus ein „fataler Irrtum“. In lockerer, aber dennoch seriöser Art und Weise beschäftigt sich der Psychiater mit den Argumentationsketten der Gläubigen und der Atheisten. „Ich habe mir einfach vorgestellt, mit einem gescheiten, aber nicht überkandidelten Zeitgenossen ein Gespräch über Gott zu führen“, beschreibt Lütz seine Herangehensweise. Das Buch erfordert kein profundes theologisches Wissen, ist sehr unterhaltsam und zuweilen witzig geschrieben.
Die kleine Geschichte vom Größten führt den Leser quer durch die Jahrhunderte. So beschäftigt sich Lütz mit gotteskritischen Geistern wie Sigmund Freud, Ludwig Feuerbach oder Friedrich Nietzsche. Auf der Reise durch die Epochen befasst sich Lütz auch mit diversen im Lauf der Geschichte präsenten Gottesvorstellungen im Christentum und in anderen Religionen. Beweise findet Lütz zwar keine – aber mögliche Hinweise auf die Existenz Gottes, die er interessant und unterhaltsam beschreibt. Timo Blöß
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