ArchivDeutsches Ärzteblatt1-2/2008Einmal Spontanfraktur – immer Spontanfraktur?

MEDIZIN: Referiert

Einmal Spontanfraktur – immer Spontanfraktur?

Dtsch Arztebl 2008; 105(1-2): 10

Rösch, Wolfgang

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LNSLNS Weniger als 30 % der postmenopausalen Frauen und weniger als 50 % der Männer mit einer Spontanfraktur oder einer pathologischen Fraktur werden medikamentös behandelt, Das Risiko, in der Folgezeit weitere Frakturen zu erleiden, ist relativ hoch, wie australische Autoren ermittelt haben. In einer prospektiven Kohortenstudie (Dubbo Osteoporosis Epidemiology Study) wurden 2 245 Frauen und 1 760 Männer im Alter über 60 Jahren hinsichtlich Frakturrisiko in Abhängigkeit von Geschlecht, Altersgruppe und Zeitintervall seit der ersten Spontanfraktur untersucht. Der Untersuchungszeitraum umfasste die Zeit zwischen Juli 1989 und April 2005. Das Risiko für eine Spontanfraktur als Eingangskriterium für die Fragestellung der Rezidivhäufigkeit von sekundären Spontanfrakturen lag mit 31 pro 1 000 Patientenjahren bei Frauen deutlich höher als bei Männern (16 pro 1 000 Patientenjahre). Das Risiko für einen zweiten Knochenbruch war jedoch bei Frauen (62 pro 1 000) und Männern (57 pro 1 000) annähernd gleich hoch. Etwa die Hälfte der Knochenbrüche ereignete sich in den ersten beiden Jahren nach der ersten Fraktur. Als Prädiktoren für einen weiteren Bruch wurde bei Frauen die Knochendichte am Oberschenkelhals, das Alter und der Raucherstatus ermittelt. Raucherinnen erlebten häufiger Spontanfrakturen. Bei Männern ging die Knochendichte am Schenkelhals, die körperliche Aktivität und die Calciumaufnahme in die Bewertung ein. Die erste Spontanfraktur sollte deshalb eine medikamentöse Behandlung initiieren, weil mit zunehmender Immobilität und Pflegebedürftigkeit bei weiteren Frakturen gerechnet werden muss. Infrage kommen Alendronsäure, Risedronsäure, Raloxifen und Strontiumranelat, während Calcium- und Vitamin D-Supplementation zwar die Knochendichte geringfügig erhöhen, aber keine deutlichen Effekte auf die Frakturrate haben. Für die Biphosphonate liegt die NNT, einer Metaanalyse zufolge, bei 10 bis 21 für die Prophylaxe von Wirbelkörperfrakturen, bei 32 bis 90 für Schenkelhalsfrakturen. w

Center JR et al.: Risk of subsequent fracture after low-trauma fracture in men and women. JAMA 2007; 297: 387–94. E-Mail : jcenter@garvan.org.au

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