ArchivDeutsches Ärzteblatt1-2/2008Praxishomepage: Ein Muss im Multimedia-Zeitalter

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Praxishomepage: Ein Muss im Multimedia-Zeitalter

Dtsch Arztebl 2008; 105(1-2): [106]

Uphoff, Karin

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LNSLNS Das Internet fördert die Kommunikation zwischen Arzt und Patient. Dabei ist irreführende oder vergleichende Werbung untersagt.

Rund zwei Drittel der Deutschen ab 14 Jahren surfen regelmäßig im World Wide Web. Etwa ein Drittel der Menschen sucht dabei Rat zu Gesundheitsthemen. Auch bei der Wahl des (Fach-)Arztes nutzen Patienten immer häufiger das Internet – schließlich können sie sich hier schnell und rund um die Uhr über ihren „künftigen“ Arzt informieren. Die Ärzte sollten diese Entwicklung nutzen, um sich und ihre Leistungen mit einer eigenen Website vorzustellen. Dabei ist auf Patientennähe und professionelle Aufmachung zu achten. Die Homepage sollte freundlich und übersichtlich gestaltet sein, die Texte patientengerecht formuliert. Ansprechende Bilder lockern den Internetauftritt auf.

Praxisprofil und Serviceleistungen
Vielen Ärzten fällt es allerdings schwer, sich und ihre Leistungen anzupreisen. Das dürfen sie laut Gesetz auch nicht. Ebenso ist eine irreführende oder vergleichende Werbung untersagt. Das sachliche Informieren ist aber erlaubt – und unbedingt anzuraten. Ärzte sollten ihrer Praxis deshalb ein unverkennbares Profil verleihen und das nach außen darstellen. Denn die Patienten möchten wissen, warum sie gerade in diese Praxis kommen sollten und welchen Nutzen sie davon hätten.
Neben den medizinischen Informationen, etwa zu individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL), können die Patienten über die Praxishomepage organisatorische Hinweise zu Sprechzeiten oder Parkmöglichkeiten erhalten. Darüber hinaus kann der Arzt seinen Patienten individuelle Serviceleistungen anbieten, zum Beispiel in Form einer Erinnerungs-E-Mail (mit Einverständnis des Patienten) an den nächsten Arztbesuch oder eines periodisch erscheinenden Newsletters mit aktuellen Berichten rund um das Thema Gesundheit.
Die eigene Praxishomepage ist somit ein Service-Plus für Patienten und bietet dem Arzt einen Wettbewerbsvorteil. Trotzdem haben nur knapp 23 Prozent der niedergelassenen Ärzte eine eigene Website, so die Ergebnisse der LA-MED-Studie 2007. Dies liegt auch daran, das bei Ärzten wegen des bis vor einigen Jahren gültigen Werbeverbots auch heute noch eine große Unsicherheit darüber besteht, was erlaubt ist und was nicht. Die (Muster-)Berufsordnung für Ärztinnen und Ärzte (Stand 2006) sieht folgende Grundsätze vor:
- Sachliche berufsbezogene Informationen, die nicht anpreisend, irreführend oder vergleichend sind, sind zulässig. Dazu zählen Angaben zur Person, zum medizinischen Leistungsspektrum und praxisorganisatorische Hinweise.
- Über besondere personenbezogene Kenntnisse dürfen Ärzte informieren, also über nach der Weiter­bildungs­ordnung erworbene Bezeichnungen, sonstige öffentlich-rechtliche Qualifikationen und Tätigkeitsschwerpunkte, sofern diese nicht nur vorübergehend ausgeübt werden.
- Berufswidrige Werbung durch Dritte darf der Arzt weder veranlassen noch dulden.
Diese Regelungen gelten für alle Werbeträger wie Praxisschild, Briefbogen, Anzeigen oder Internetauftritt. Das sachliche Informieren des Patienten ist erlaubt und – nach den Urteilen des Bundesverfassungsgerichts – sogar erwünscht. Nicht zulässig sind dagegen Versprechen auf Heilung, Werbung, die auf die Ängste der Menschen abzielt, Ferndiagnosen und -therapien, elektronische Gästebücher, Patientendiskussionsforen oder Preisausschreiben.
Ärzte haben im Internet zudem besondere Informationspflichten zu beachten. Im Impressum der Praxis-homepage sind unter anderem Angaben zu Name, Praxisanschrift, Telefon- und Faxnummer, E-Mail-Adresse, gesetzlicher Berufsbezeichnung und zuständiger Lan­des­ärz­te­kam­mer erforderlich. Ärzte mit einer freiberuflichen nicht ärztlichen oder gewerblichen Tätigkeit sowie solche aus Gemeinschaftspraxen müssen zudem ihre Umsatzsteueridentifikationsnummer beziehungsweise das Partnerschaftsregister und dessen Nummer angeben.

Mit wenig Aufwand zur eigenen Praxishomepage
Oft fehlen Medizinern das Know-how und die Zeit, eine eigene Homepage zu entwickeln. Diese Arbeit können Agenturen übernehmen. Die Kosten richten sich dabei nach Umfang, Funktionalität und Gestaltung des Internetauftritts. Dabei gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten, Homepages ansprechend zu gestalten – von einfach und kostengünstig bis hin zur Premiumlösung. Welcher Weg für welche Praxis geeignet ist, richtet sich nach den jeweiligen Wünschen. Diese sollten vorab geklärt und festgehalten werden; sie dienen der Agentur als Grundlage für die Empfehlung und Kostenkalkulation. Viele Ärzte meinen allerdings, den Internetauftritt so planen zu müssen, dass er für die nächsten Jahre Bestand hat. Das ist aber nicht notwendig und auch kaum möglich. Denn das Internet verändert sich laufend – und damit auch die Anforderungen und Vorlieben. Es ist daher sinnvoller, mit einer einfachen Lösung zu starten und sie mit der Zeit auszubauen oder anzupassen, als vor lauter Planung gar nicht ins Netz zu kommen.
Dr. Karin Uphoff
E-Mail: karin.uphoff@uphoff-pr.de
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