ArchivDeutsches Ärzteblatt1-2/2008Diagnostik von Neurodegenerativen Erkrankungen: Automatisierte Auswertung von MRT- und PET-Bildern

TECHNIK

Diagnostik von Neurodegenerativen Erkrankungen: Automatisierte Auswertung von MRT- und PET-Bildern

Dtsch Arztebl 2008; 105(1-2): A-42 / B-34 / C-34

EB

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LNSLNS Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) und Royal Philips Electronics haben ein computergestütztes Diagnostiksystem (CAD-System) für neurodegenerative Erkrankungen entwickelt, das Klinikteams bei der frühen Diagnose unterstützen soll. Neurodegenerative Erkrankungen, wie etwa die Alzheimer-Krankheit, führen im Verlauf nahezu zwangsläufig zur Demenz. Die neue Technik, die ihre Genauigkeit bereits retrospektiv an Bilddaten mit im Krankheitsverlauf gesicherter Diagnose unter Beweis gestellt hat, soll jetzt im UKE klinisch getestet werden.
Bei dem CAD-System handelt es sich um ein Softwarepaket, das automatisiert mittels PET (Positronenemissionstomografie) gewonnene Aufnahmen des Gehirns von Patienten mit Verdacht auf eine neurodegenerative Erkrankung auswertet. Das System kombiniert die PET-Information mit MRT(Magnetresonanztomografie)-Aufnahmen für eine korrekte Differenzialdiagnose. Mit einem solchen System soll sich die Lebensqualität von Patienten verbessern, weil Medikamente, die das Fortschreiten der Erkrankung verzögerten, früher verschrieben werden können. Außerdem erhalten Pharmaunternehmen und Klinikteams damit ein Werkzeug für die Evaluierung neuer Medikamente gegen neurodegenerative Erkrankungen.
Das Softwaretool kombiniert die PET-Aufnahmen, die die Gehirnaktivität abbilden, mit anatomischen MRT-Aufnahmen des Gehirns. Unter Verwendung hoch entwickelter Bildverarbeitungs- und Computerlernverfahren in Kombination mit einer Datenbank von normalen und krankheitsspezifischen Referenzaufnahmen analysiert das System die Aufnahmen und zeigt pathologische Veränderungen im Gehirn an. Basierend auf den Verteilungsmustern der Veränderungen schlägt das System die wahrscheinlichste Diagnose vor. Damit hilft es allen Ärzten, die gleiche Genauigkeit und Zuverlässigkeit in der Diagnose zu erzielen wie hoch qualifizierte Spezialisten.
In der klinischen Evaluierungsphase wird das CAD-System parallel mit den vorhandenen Diagnoseverfahren des UKE eingesetzt. Eines der Ziele dieser Evaluierung ist die weitere Optimierung des Systems für den Nachweis und die Differenzierung der drei häufigsten neurodegenerativen Erkrankungen – Alzheimer-Krankheit, Lewy-Körperchen-Erkrankung und frontotemporale Demenz. EB
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