ArchivDeutsches Ärzteblatt1-2/2008Mitteilungen: Förderinitiative der Bundes­ärzte­kammer zur Versorgungsforschung – Ausschreibung einer Expertise zum Thema: Einflüsse der Auftraggeber auf die wissenschaftlichen Ergebnisse von Arzneimittelstudien

BEKANNTGABEN DER HERAUSGEBER: Bundes­ärzte­kammer

Mitteilungen: Förderinitiative der Bundes­ärzte­kammer zur Versorgungsforschung – Ausschreibung einer Expertise zum Thema: Einflüsse der Auftraggeber auf die wissenschaftlichen Ergebnisse von Arzneimittelstudien

Dtsch Arztebl 2008; 105(1-2): A-58 / B-50 / C-50

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LNSLNS Hintergrund
Die Bundes­ärzte­kammer führt derzeit auf der Grundlage eines Beschlusses des 108. Deutschen Ärztetags ein Programm zur Förderung der Versorgungsforschung durch1. Die Förderinitiative hat eine Laufzeit von insgesamt sechs Jahren und zielt darauf ab, unter sich verändernden Rahmenbedingungen konkrete Lösungen für eine verbesserte Patientenversorgung und somit auch für eine adäquate ärztliche Berufsausübung aufzuzeigen.
Der 110. Deutsche Ärztetag 2007 hat die Bundes­ärzte­kammer damit beauftragt, im Rahmen der Förderinitiative Versorgungsforschung die Einflüsse der Auftraggeber auf die wissenschaftlichen Ergebnisse von Arzneimittelstudien zu untersuchen (Drucksache V-16; www.bundesaerztekammer.de/Expertisen_Auftrag). Der Förderinitiative zur Versorgungsforschung steht für die Vergabe einer Expertise eine maximale Fördersumme von jeweils 10 000 Euro zur Verfügung.
Forschungsfrage
Der Vorstand der Bundes­ärzte­kammer fordert zusammen mit der Ständigen Koordinationsgruppe Versorgungsforschung zur Einreichung von Anträgen für eine Expertise auf, im Rahmen derer die
Einflüsse der Auftraggeber (Drittmittelgeber) auf die wissenschaftlichen Ergebnisse von Arzneimittelstudien
auf einem hohen wissenschaftlichen Niveau analysiert werden sollen. Das Thema soll im Rahmen zweier sukzessive aufeinanderfolgender Aufträge bearbeitet werden:
Schwerpunkt der im Rahmen dieser Ausschreibung zu vergebenden ersten Expertise soll ein systematisches Review (einschließlich internationaler Literatur) über Studien zur genannten Fragestellung sein. Im Vordergrund soll die Frage stehen, welche Mechanismen der Einflussnahme (z. B. kaum Studien mit Substanzvergleich, Nichtveröffentlichung von Negativ-Ergebnissen) von Auftraggebern auf die wissenschaftlichen Ergebnisse von Arzneimittelstudien sich identifizieren lassen.
Auf der Basis der Ergebnisse dieser Expertise soll in einem zweiten Schritt eine weitere Expertise ausgeschrieben werden. Diese zweite Expertise soll sich der Frage widmen, inwieweit es Hinweise darauf gibt, ob und ggf. wie diese Mechanismen zu veränderten, interessengeleiteten Inhalten medizinischer Leitlinien (und der dortigen Arzneimittelempfehlungen) führen können.
Inhalt der vorliegenden Ausschreibung ist nur die erste Expertise.
Verfahren
Die Bundes­ärzte­kammer ist an einer – soweit es die erforderliche Sorgfalt und Qualität der Expertisenerstellung zulässt – möglichst raschen Bearbeitung der Forschungsfrage gelegen.
Wir möchten Sie daher bitten, der Geschäftsstelle der Bundes­ärzte­kammer Ihren aussagekräftigen Antrag (einschließlich Arbeitsplan) bis zum
25. Januar 2008
zu übersenden.

Bundes­ärzte­kammer
Dezernat VI
Herbert-Lewin-Platz 1
10623 Berlin
Telefon: 0 30/40 04 56-4 67 bzw. -4 69
Fax: 0 30/40 04 56-4 86
E-Mail: dezernat6@baek.de

Eine Entscheidung über die Auftragsvergabe wird voraussichtlich im März 2008 getroffen werden. Die Ausschreibung der zweiten Expertise wird zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass aus der Vergabeentscheidung für die erste Expertise kein Anspruch auf die Auftragserteilung für die zweite Expertise abgeleitet werden kann.
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