ArchivDeutsches Ärzteblatt PP1/2008Prävention von Essstörungen: „Leben hat Gewicht“

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Prävention von Essstörungen: „Leben hat Gewicht“

PP 7, Ausgabe Januar 2008, Seite 5

Bühring, Petra

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Längst ein Massenphänomen – jedes fünfte Kind zwischen elf und 17 Jahren leidet unter Essstörungen.
Längst ein Massenphänomen – jedes fünfte Kind zwischen elf und 17 Jahren leidet unter Essstörungen.
„Die Gesellschaft muss aufhören, grausige Vorbilder zu propagieren – dürr sein darf nicht schick sein“, forderte Alice Schwarzer bei der Vorstellung der Kampagne „Leben hat Gewicht – Gemeinsam gegen den Schlankheitswahn“, die gemeinsam von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­terin Ulla Schmidt, Bun­des­fa­mi­lien­mi­nis­terin Ursula von der Leyen und Bun­des­for­schungs­minis­terin Annette Schavan getragen wird. Essstörungen sind längst ein Massenphänomen: Jedes fünfte Kind zwischen elf und 17 Jahren leidet nach den Daten des Kinder- und Jugendgesundheitssurveys (KIGGS) unter den Symptomen. Das sind 1,4 Millionen Betroffene, neun von zehn sind Mädchen. Jeder zehnte Betroffene stirbt daran.
Die Ministerinnnen wollen sich mit Vertretern der Mode- und Werbebranche für die Prävention von Essstörungen einsetzen. „Wir brauchen einen Kodex, der besagt, keine überschlanken Models einzusetzen“, forderte Schmidt. Vorbild könne Italien sein, wo Models unter einem Body-Mass-Index von 18 keine Arbeitsgenehmigung bekommen. Das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium setzt sich auch dafür ein, die Hausärzte zu sensibilisieren, um Essstörungen frühzeitig zu erkennen. Für Modellprojekte in der Selbsthilfe Essgestörter sollen 250 000 Euro zur Verfügung gestellt werden.
Die Bun­des­fa­mi­lien­mi­nis­terin wies darauf hin, dass mehr Wissen über die Ursachen „dieser tiefen Abneigung gegen den eigenen Körper“ notwendig sei. Prävention beginne mit einer sicheren Eltern-Kind-Bindung im Kleinkindalter.
Die Bun­des­for­schungs­minis­terin will das Engagement in der Forschung über noch bessere Verfahren zur Diagnose und Therapie von Essstörungen „deutlich ausbauen“. PB
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