ArchivDeutsches Ärzteblatt PP1/2008Essstörungen: Ambivalente Einstellung

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Essstörungen: Ambivalente Einstellung

PP 7, Ausgabe Januar 2008, Seite 20

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LNSLNS Wissenschaftler der Universitäten Oxford und Southampton haben sich mit der Bereitschaft von Essgestörten befasst, an ihrem Essverhalten etwas zu ändern. Sie untersuchten 69 Patienten mit Magersucht und Ess-Brech-Sucht mittels eines Fragebogens und fanden heraus, dass sehr viele Patienten ambivalent gegenüber Veränderungen ihres Essverhaltens eingestellt waren. Eine Ursache dafür lag im Denken über die Erkrankung. Die Essgestörten identifizierten sich oft sehr stark mit ihrer Erkrankung und hielten sie für chronisch und unheilbar. „Viele Patienten glaubten, dass eine Behandlung nicht hilft und sie ihre Erkrankung nicht unter Kontrolle bekommen werden“, berichten die Wissenschaftler. Am ehesten bereit zu
einer Änderung ihres Essverhaltens waren Patienten, die die Vor- und Nachteile ihrer Erkrankung abwägen konnten und aufgrund ihrer Essstörung Nachteile und Stress erlebten. Patienten, die nur einen geringen Leidensdruck verspürten, waren hingegen kaum änderungsbereit. Sie sahen in der Essstörung einen persönlichen Sinn und integrierten sie in ihr Selbstbild. Nach Meinung der Wissenschaftler sollte in der Therapie an einem realistischen und differenzierten Bild der Erkrankung gearbeitet werden. Außerdem sollten essgestörte Patienten erfahren, dass sie Kontrolle über ihre Erkrankung erlernen können und dass die Behandlung ihnen hilft. ms

Stockford K, Turner H, Cooper M: Illness perception and its relationship to readiness to change in the eating disorders: A preliminary investigation. British Journal of Clinical Psychology 2007; 46(3): 139–54.
Dr. Katie Stockford, CAMHS (University of Oxford), 92 Bath Road, Hounslow TW3 3EL, UK, E-Mail: katie.stockford@wlmht.co.uk
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