ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2008Praktika: Lösungsvorschlag erwartet
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Die in dem Artikel beschriebenen Umstände, unter denen ein Medizinstudent ärztliche Tätigkeiten ausüben darf und sollte, haben mit der alltäglichen Praxis eines Studenten in der Famulatur, im Blockpraktikum und im praktischen Jahr nichts zu tun. Allenfalls stellen sie eine Idealvorstellung dar, abgeleitet aus der Approbationsordnung für Ärzte und anderen rechtlichen Bestimmungen. Studenten im praktischen Jahr, die in den Betrieb einer Krankenstation eines Universitätsklinikums eingebunden sind, führen alltäglich ärztliche Aufgaben durch, ohne dass eine Überprüfung ihrer Fähigkeiten erfolgt wäre oder ein Arzt anwesend ist. Selbst nicht delegationsfähige Aufgaben, wie das Aufklärungsgespräch, werden, auf Geheiß der klinisch tätigen Ärzte vor Ort, routinemäßig von Studenten durchgeführt, ohne dass im Anschluss eine Kontrolle dieses rechtlich ohnehin schon unzulässigen Vorgangs erfolgt. Eine Weigerung des PJ-Studenten, diese Tätigkeiten auszuführen, entspräche einer Arbeitsverweigerung. Somit sind große Teile der praktischen Ausbildung von Medizinstudenten systematisiert illegal. Die Gründe für diesen Missstand liegen sowohl in den Vorschriften des geltenden Rechts als auch in den Bedingungen, unter denen die praktische Ausbildung der Studenten im Krankenhaus umgesetzt wird. Von den Autoren hätte man also zumindest erwarten können, dass diese Zustände benannt und eine Lösung vorgeschlagen werden.
Jakob Triebel, Hermann-Rein-Straße 8/154,
37075 Göttingen
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