ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2008Chefärzte: Die Zeichen der Zeit nicht verstanden
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Herr Kollege Pommer, Sie beklagen, dass fähige Chefärzte von Managern Knall auf Fall vor die Tür gesetzt werden, weil sie ihre wichtigste Aufgabe nicht erfüllt haben: Geld in die Kassen zu bringen. Sie haben die Zeichen der Zeit nicht verstanden, Herr Kollege, denn es hat sich einiges geändert: Als Gott das Wichtigste auf der Welt war, da hatte der Priester die größte Macht und Ansehen. Als der Mensch in den Vordergrund rückte, da erhielt derjenige große Bedeutung und geistige Macht, der sich um des Menschen Wohl kümmerte: der Arzt. Seit sich aber eine „Kultur“ durchsetzte, die das Geld anbetet, hatte der Wirtschaftler das Sagen. So ist es nur folgerichtig, dass ein Manager, gelernt oder ungelernt, noch dazu gestützt durch „Politosi“, einen Chefarzt feuert, der dem einzig Wichtigen zu wenig Beachtung schenkt: dem Gewinn. Dem Arzt nützt da auch die größte medizinische Kompetenz nichts – die schadet ihm eher, denn er hält Kranke und Alte am Leben, die in unserer kommerziellen Welt eh keine Existenzberechtigung haben, denn sie bringen wirtschaftlich nichts, kosten sogar. Noch spricht der Wirtschaftler das nicht aus, aber er handelt danach. Diese Auffassung unterstreicht auch eindrucksvoll die gegenwärtige Gesundheitspolitik gegenüber der Ärzteschaft und den Patienten . . .
PD Dr. med. Dr. med. habil. Dr. rer. nat. habil.
Helmut Emrich, Passauer Straße 28, 94078 Freyung
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