ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2008Michael Moore: Kein Vorbild
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. . . Europäer betrachten das Ausmaß des US-amerikanischen freien Gesundheitsmarkts mit berechtigter Sorge. Insoweit kann man den Schlussbemerkungen von Herrn Prof. Greiner „Vor diesem Hintergrund können letztlich weder das US-amerikanische noch das kubanische Gesundheitssystem für andere Länder ein Vorbild sein“ nur zustimmen. Im Gegensatz zu den zahlreichen Publikationen im „New England Journal of Medicine“, erweckt der Autor aber den Eindruck, als ob der Film „SiCKO“ nicht den Nerv der Amerikaner träfe. Trotz unzähliger gesetzgeberischer Eingriffe in das US-amerikanische Gesundheitswesen, Notprogrammen, um wenigstens Kindern aus sozial schwächeren Schichten einen halbwegs ausreichenden Kran­ken­ver­siche­rungsschutz zu gewähren, stetig zunehmenden Belastungen der Unternehmen, die sie in ihrem wirtschaftlichen Überleben bedrohen, Aufstellen von League Tables: Es ist nicht gelungen, eine einer modernen Industriegesellschaft entsprechende Gesundheitsversorgung zu schaffen. Deshalb sind Publikationen wie „Managed Care has failed to manage care“ und Filme wie „SiCKO“ trotz ihres populistischen Ansatzes wichtig. Deshalb, und nur deshalb werden nun in Kalifornien, wie bereits in Massachusetts, neue soziale Gesundheitssysteme geschaffen und wird die Gesundheitspolitik ein bestimmendes Thema des nächsten US-amerikanischen Wahlkampfs werden. Verklärende Blicke auf die amerikanische Innovationskraft, DMP-Programme und Managed-Care- Organisationen sind daher unnötig und fehlgeleitet . . . Ja, wir brauchen einen Wandel unseres Gesundheitswesens mit mehr persönlicher Verantwortung und Wettbewerb, aber die USA sind dafür wahrlich kein Vorbild. Wer das noch nicht weiß, sollte diesen Film unbedingt sehen.
Dr. med. Andreas Fiehn MBA,
DGK Diakonie Gesundheitszentrum Kassel,
Goethestraße 85, 34119 Kassel
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