ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2008Kulturkalender: Farbe, Fläche und Raum im Fokus

KULTUR

Kulturkalender: Farbe, Fläche und Raum im Fokus

Dtsch Arztebl 2008; 105(4): A-171 / B-157 / C-157

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LNSLNS Alle vier Wochen stellt das Deutsche Ärzteblatt eine Auswahl
von herausragenden Ausstellungen vor, die Sie nicht verpassen sollten.

Foto: Gerhard Richter
Foto: Gerhard Richter

BADEN-BADEN

bis 12. Mai:
Gerhard Richter. Bilder aus privaten Sammlungen
Das Werk des 1932 in Dresden geborenen Gerhard Richter erstreckt sich von fotorealistischen Naturdarstellungen
über Gemälde von höchster Abstraktion bis hin zu Glas- und Spiegelobjekten und Installationen. Im Zentrum der Ausstellung steht sein gemaltes Œuvre: Rund
60 Arbeiten geben einen exzellenten Einblick in 40 Jahre Malerei – und reflektieren sowohl die deutsche Nachkriegsgeschichte als auch das Medium selbst. Denn auch die Malerei erscheint bei Richter in zahlreichen Spielarten (im Bild: Gelbgrün, 1982, Öl auf Leinwand).
Museum Frieder Burda, Lichtentaler
Allee 8 b , Di.–So. 11–18 Uhr


BONN

25. Januar bis 25. Mai:
Sizilien – Von Odysseus bis Garibaldi
Die größte Insel des Mittelmeers war jahrtausendelang ein Schmelztiegel zahlreicher Kulturen. Mit circa 300 Exponaten zeichnet die Ausstellung dieses Erbe nach: von den ersten Spuren menschlicher Präsenz aus der Altsteinzeit bis zur Ankunft Giuseppe Garibaldis im Jahr 1860. Von den einheimischen Sikanern und Sikulern, den eingewanderten Phöniziern, Griechen, Römern, Byzantinern und Arabern über die Herrschaft der Normannen und Hohenstaufern bis zu den Dynastien der Aragonesen, Habsburger und Bourbonen werden die Einflüsse der vielen Völker und Herrscher deutlich. Antike Skulpturen, mittelalterliche Architekturfragmente, Gemälde der Renaissance und des Barocks sowie Kunsthandwerk sind die Zeugen dieser reichen Geschichte.
Kunst- und Ausstellungshalle, Museumsmeile Bonn, Friedrich-Ebert-Allee 4, Di.–Mi.10–21, Do.–So. 10–19 Uhr


BREMEN

bis 18. Mai:
All about Evil
Nach seinem Blick ins Paradies („1001 Nacht“) widmet sich das Überseemuseum nun einem völlig anderen Phänomen, dem Bösen. Der Titel der Schau ist dabei durchaus wörtlich zu nehmen, denn der Blick wandert weit über den Tellerrand christlich geprägter Vorstellungen über das vermeintlich Böse hinaus und lädt zu einer Entdeckungsreise durch verschiedene Kulturkreise und Epochen ein.
Überseemuseum Bremen, Bahnhofsplatz 13, Di.–Fr. 9–18, Sa./So. 10–18 Uhr


ESSEN

bis 30. März:
Farbe zu Fläche zu Raum
In ihrer Auftaktschau 2008 stellt die Folkwang-Sammlung Werke von Rupprecht Geiger, Max Bill und Victor Vasarély gegenüber. Die drei wichtigen Vertreter der Kunst der Moderne, 1906 bis 1908 geboren, arbeiteten systematisch an Gestaltungsprinzipien der seinerzeit neuen gegenstandslosen Kunst. Farbe, Fläche und Raum standen im Fokus ihres Interesses. Dabei wurden die Schwerpunkte von dem Deutschen, dem Schweizer und dem Ungarn völlig unterschiedlich gesetzt. Dies wird anhand von 120 zumeist großformatigen Blättern vorgeführt.
Museum Folkwang, Altbau, Kahrstraße 16, Di.–So. 10–18, Fr. 10–21 Uhr


MÜNCHEN

8. Februar bis 27. April:
Mark Rothko – Retrospektive
Mark Rothko (1903–1970), einer der bedeutendsten amerikanischen Künstler des 20. Jahrhunderts, ist in europäischen Sammlungen nur selten vertreten. Umso bemerkenswerter ist die groß angelegte Übersichtsschau, die mithilfe der Kinder des Künstlers, Kate Rothko Prizel und Christopher Rothko, zustande kam und nun in München (danach in Hamburg) zu sehen ist. Mehr als 100 Arbeiten, darunter Rothkos faszinierende großformatige Gemälde mit horizontal geschichteten Farbflächen, erlauben einen Einblick in das vielschichtige Werk des Künstlers, der sich zeitlebens dagegen wehrte, als Maler abstrakter Bilder vereinnahmt zu werden. Auch völlig Ungegenständliches, wie zuletzt die „Black on Gray“-Paintings, verstand er als etwas Konkretes.
Kunsthalle, Theatinerstraße 8, tgl. 10–20 Uhr

Foto: Schleswig-Holsteinisches Landesmuseum Schloss Gottorf
Foto: Schleswig-Holsteinisches Landesmuseum Schloss Gottorf

Der besondere Tipp

Sterben und Unsterblichkeit
Zu den spektakulärsten Ausstellungsobjekten gehört das „Mädchen von Windeby“ (Bild): Tatsächlich handelt es sich dabei um einen zart gebauten Jüngling, der 1972 bei Eckernförde aus dem Moor geborgen wurde. Anhand der Geozonen der Erde und quer durch die Kulturen der Welt erschließt die beeindruckende Mannheimer Schau (bis 24. März 2008) das Thema Mumie und Mumifizierung – angefangen vom alten Ägypten über die Völker Perus bis hin zur Selbstmumifizierung von japanischen Mönchen, die erst Anfang des 20. Jahrhunderts verboten wurde.
„Mumien – Der Traum vom ewigen Leben“: Reiss-Engelhorn-Museen, Museum Zeughaus C 5, Paradeplatz/Rathaus, Mannheim, Di.–So. 11–18, Do. 11–21 Uhr
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