ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2008Praxisführung: So bleibt der Arzt liquide

BERUF

Praxisführung: So bleibt der Arzt liquide

Dtsch Arztebl 2008; 105(4): [199]

Vetter, Michael

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LNSLNS Oft befassen sich Ärzte mit der Liquiditätslage ihrer Praxis erst dann, wenn Ersatzinvestitionen plötzlich erhebliche finanzielle Mittel erfordern, die zeitgerecht kaum aufgebracht werden können. Dem ist vorzubeugen. Dabei gilt:
Liquidität geht vor Rentabilität: Die Banken interessieren sich zunächst einmal für die Zahlungsfähigkeit ihrer Kreditnehmer. Ob diese eine ausreichende Verzinsung ihres Betriebskapitals erzielen, ist für sie zweitrangig. Um den künftigen Liquiditätsbedarf zu ermitteln, sollte monatlich ein Liquiditätsplan aufgestellt werden. Darin sollten die zu erwartenden Ausgaben den voraussichtlichen Einnahmen gegenübergestellt werden. Der mögliche Bedarf an zusätzlichen Bankkrediten wird so rechtzeitig erkannt.
Großzügige Kalkulation des Finanzierungsbedarfs durch einen hohen Kontokorrentkredit: Bei höheren Personal- oder Investitionskosten wird meist kurzfristig versucht, den Kontokorrentkredit zu erhöhen. Dabei spielt die Bank häufig deshalb mit, weil sie mit jeder „geduldeten Überziehung“ neben den ohnehin schon hohen Kreditzinsen zusätzliche Überziehungszinsen von bis zu sechs Prozent im Jahr kassiert. Weitaus billiger ist dagegen die regelmäßige Überprüfung der jeweiligen Kreditlinie in Verbindung mit dem Liquiditätsplan. Dies ermöglicht eine rechtzeitige und angemessene Erhöhung der Kreditlinie, sodass keine Überziehungszinsen gezahlt werden müssen.
Einhaltung der „Goldenen Finanzierungsregel“: Diese Regel sieht vor, dass Kreditlaufzeit und Nutzungsdauer einer Investition weitgehend übereinstimmen sollten. Häufig ist die Kreditlaufzeit jedoch weitaus länger, sodass die Finanzierung einer Ersatzinvestition bereits wieder erforderlich wird, obwohl der bisherige Kredit noch nicht vollständig zurückgezahlt wurde.
Langfristige Finanzierungen absichern: Das nach wie vor relativ niedrige Zinsniveau sollte genutzt werden, um langfristige Finanzierungen kalkulierbar zu machen. Dazu gehört vor allem der Umstieg von bisher variablen Zinsvereinbarungen in Festzinssätze. Darüber hinaus sollte mit der Bank ausgehandelt werden, auch außerplanmäßige Tilgungen kostenlos zuzulassen.
Michael Vetter
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