ArchivDeutsches Ärzteblatt15/1997Verbot von Frischzellen vorläufig aufgehoben

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Verbot von Frischzellen vorläufig aufgehoben

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LNSLNS KARLSRUHE. Das Bundesverfassungsgericht hat das Verbot der Frischzellentherapie durch die Bundesregierung mit einer einstweiligen Anordnung vorläufig aufgehoben. Wie das Gericht Mitte März in Karlsruhe mitteilte, gab es damit dem Antrag mehrerer Sanatoriumsärzte statt, die in dem Verbot eine Verletzung ihres Grundrechts auf Berufsfreiheit und der Eigentumsgarantie sahen. Das Gericht setzte das Verbot bis zum 20. September aus, um bis dahin zu prüfen, inwieweit die Beschwerden berechtigt sind.
Mit dieser Entscheidung hätten die Richter keine Wertung der Frischzellentherapie vorgenommen, betonte das Gericht. Die einstweilige Anordnung werde erlassen, weil die Kläger sonst schon bis zur endgültigen Entscheidung in ihrer beruflichen Existenz geschädigt würden. Den Patienten drohe durch eine vorläufige Fortsetzung der Frischzellenkuren offenbar keine übermäßige Gefahr. Allerdings müßten sie schriftlich versichern, über die Bedenken gegen die Therapie informiert zu sein.
Das Bonner Ge­sund­heits­mi­nis­terium macht für sein Verbot geltend, daß die Kuren gesundheitlich riskant und dabei wirkungslos sind. Zudem sei zu befürchten, daß durch die Frischzellenkuren die Schafskrankheit Scrapie, die der Rinderkrankheit BSE entspricht, auf den Menschen übertragen werden könne. afp
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