ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2008Chronisch kranke Kinder: Kompetente Nachsorge ist Mangelware

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Chronisch kranke Kinder: Kompetente Nachsorge ist Mangelware

Dtsch Arztebl 2008; 105(5): A-188

Richter-Kuhlmann, Eva

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Besonders Frühgeborene, krebs- und chronisch kranke Kinder benötigen nach der Entlassung aus dem Krankenhaus eine kompetente Nachsorge. Doch die ist in Deutschland noch Mangelware. Die Einrichtung „Bunter Kreis“ hat deshalb 1991 ein Nachsorgemodell entwickelt: Eine für die jeweilige Problemlage kompetente Case-Managerin nimmt bereits in der Klinik Kontakt zu der betroffenen Familie auf, bereitet die Entlassung vor, begleitet die Familie nach Hause und hilft über die erste Zeit.
„Ich bin froh, dass es den ,Bunten Kreis‘ gibt“, würdigte Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­terin Ulla Schmidt Mitte Dezember letzten Jahres die Arbeit des Verbundes. Gleichzeitig forderte sie die Krankenkassen auf, mit den Nachsorgeeinrichtungen Verträge abzuschließen. Derzeit exisitieren lediglich zehn solcher Verträge. Verankert ist die „Sozialmedizinische Nachsorge“ in § 43 Absatz 2 SGB V als Kann-Leistung.
„Wir brauchen Verträge mit allen Krankenkassen, um diese notwendige Arbeit mit hoher Qualität leisten zu können“, forderte Horst Erhardt, Initiator des ersten Bunten Kreises in Augsburg. Nach diesem Vorbild werden in Deutschland derzeit 42 Einrichtungen betrieben. Sie sind in einem Qualitätsverbund zusammengeschlossen, der die Einrichtungen akkreditiert. Weitere 20 Nachsorgeeinrichtungen sind in der Aufbauphase. Nötig seien jedoch 100 bis 120 Einrichtungen, um betroffene Familien flächendeckend versorgen zu können, betonte Erhardt. Die Effekte dieser Nachsorge seien mittlerweile wissenschaftlich belegt. Nachsorge erhöhe den Informationsgrad der Eltern, reduziere die Belastungen der Familie, verbessere die Entwicklungschancen für das Kind und senke durch eine Reduzierung von Klinikliegezeiten und Arztbesuchen die Gesamtkosten. ER
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