ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2008Der neue EBM: Demotivierend
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. . . Hat man als niedergelassener Arzt die Versichertenpauschale beim Erstkontakt abgerechnet, ist jeder weitere Besuch des Patienten im selben Quartal zunächst mal unerwünscht, da er Zeitaufwand bedeutet, ohne dass man eine Leistung abrechnen kann. Dieses System wirkt damit zunächst einmal demotivierend, denn welches Interesse habe ich als niedergelassener Arzt dann noch an einem längeren Beratungsgespräch oder an einer intensiven Erörterung? Das Geld, das ich an diesem Patienten verdiene, verdiene ich bereits beim ersten Kontakt. Es mutet auch ungerecht an, wenn ich für einen Patienten, den ich einmal im Quartal wegen einer Otitis behandelt habe, das Gleiche abrechne wie für ein infektanfälliges Kind, welches im Quartal „20-mal zur Behandlung kommt. Es wird gegen Ende des Quartals zu Situationen kommen, in denen man zehn Stunden am Tag arbeitet, aber nur bei drei Patienten überhaupt noch Ziffern abrechnen kann. Bei den übrigen Patienten hat man schon bei vorhergegangenen Besuchen die Versichertenpauschale abgerechnet . . . Ob dieses Abrechnungssystem wirklich das Gelbe vom Ei ist, bleibt dahingestellt. Dass es sich negativ auf die Motivation auswirkt, ist aber unzweifelhaft.
Dr. Eckhard Jentsch, An den Sperrwiesen 8, 91781 Weißenburg
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