ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2008Denunzianten: Fresskorb mit Sekt
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Fresskorb mit Sekt
Ärzte als Denunzianten? Das passt doch wie die Faust aufs Auge zum Aufruf der KKH in deren Hauspostille „aktiv“ (Heft 04/2007, Seite 18) zur anonymen Denunziation von Ärzten und Apothekern. Der Generalverdacht gegen bestimmte gesellschaftliche Gruppen ist so neu nicht, ebenso wie die Denunziation als staatstragendes Prinzip. Deren gegenwärtiges Aufleben ist geradezu der Beweis, dass auch Verhaltensweisen bzw. die Denkstrukturen unabhängig von der gesellschaftlichen bzw. politischen Ebene vererbt werden. Hatten wir doch gehofft, sie seien mit der Generation von 1933 am Aussterben oder könnten zumindest durch Erziehung getilgt werden. Nun sind wir eines Besseren belehrt und fügen uns in die neue Art der Gleichschaltung. Wer an dieser Entwicklung noch zweifelt, der sei auf den jüngsten Vorschlag aus dem Familienministerium hingewiesen: Kinder als Testkäufer. Ernst Jandl bringt es auf eine einfache Formel: „ . . . wenn aber einmal der Krieg lang genug vorbei ist, sind alle wieder da. Oder fehlt einer?“ Wie lange wird es noch dauern, bis für die Mitwirkung am sauberen Staat ein Judasgeld, besser noch Judaspunkte, budgetneutral ausgeboten werden, oder zumindest ein Fresskorb mit Rotkäppchensekt? . . .
Dr. med. Johannes Reinmüller, Leibnizstraße 19, 65191 Wiesbaden
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