ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2008Hans Plückthun: Pionier der Neonatologie

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Hans Plückthun: Pionier der Neonatologie

Dtsch Arztebl 2008; 105(5): A-219 / B-197 / C-197

Obladen, Michael

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Hans Plückthun Foto:privat
Hans Plückthun Foto:privat
Prof. Dr. med. Hans Plückthun, einer der Begründer der Neonatologie, ist am 11. Dezember 2007 im Alter von 87 Jahren in Nußloch bei Heidelberg gestorben. Plückthun leitete von 1970 bis zu seiner Emeritierung 1983 die Neonatologie am Heidelberger Universitätsklinikum – die erste selbstständige Abteilung für dieses Fach in der Bundesrepublik.
Geboren in Essen, studierte er in Leipzig, Straßburg und Marburg. Während des Zweiten Weltkriegs war er in einem Luftwaffenlazarett tätig, geriet dann in Kriegsgefangenschaft. 1945 wurde er Assistenzarzt an der Universitäts-Kinderklinik in Heidelberg. Sein wissenschaftliches Interesse galt den Hauptproblemen der Neu- und Frühgeborenen: parenterale Ernährung, Ikterus und Atemnotsyndrom. Vier Jahre vor der ersten klinischen Surfactant-Anwendung in Japan richtete Plückthun ein Labor ein, in dem die Zusammensetzung des Trachealaspirats analysiert und ein künstlicher Surfactant entwickelt wurden.
Plückthun war ein vorbildlicher Wissenschaftler, Arzt und Lehrer: Er zeigte Geringschätzung, wenn es ehrgeizigen Kollegen beim Publizieren an Fairness mangelte. Seine Visiten waren bereichernd und sehr fundiert. Sein Studentenunterricht war vorbildlich.
Durch seine konzentrierte gütige Art, verbunden mit enzyklopädischem Wissen und unbegrenzter Zuwendung zum kranken Kind, wuchs ihm eine unvergleichliche Autorität zu, ohne dass er autoritär auftrat oder laut wurde. Die Weiterbildung seiner Mitarbeiter förderte er individuell. Man war stolz darauf, ein Plückthun-Schüler zu sein. Prof. Dr. med. Michael Obladen
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