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ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2008„Die Zauberflöte“: Tamino im Schützengraben

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„Die Zauberflöte“: Tamino im Schützengraben

Osterloh, Falk

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Foto: Salzgeber & Co. Medien
Foto: Salzgeber & Co. Medien
Eine imposante Neuverfilmung von Mozarts Oper bietet visuellen und insbesondere musikalischen Genuss.

Die Zauberflöte“ zählt weltweit zu den erfolgreichsten Opern, die Wolfgang Amadeus Mozart komponiert hat. Seit den 70er-Jahren wurde „Die Zauberflöte“ mehr als 20-mal für Kino und Fernsehen adaptiert. Der vor allem für seine Shakespeare-Verfilmungen bekannte Brite Kenneth Branagh hat nun die bislang aufwendigste Interpretation des klassischen Stoffs vorgelegt.
Mit einem kühnen Kunstgriff versetzt er dabei die Handlung aus dem mythischen Ägypten in die Zeit des Ersten Weltkrieges und würzt sie mit historischen Szenen, wie der Verbrüderung von britischen und deutschen Soldaten am Weihnachtstag des Jahres 1914. Aus dem Königssohn Tamino wird ein britischer Soldat, aus dem Tiermenschen Papageno sein tollpatschiger Kamerad. Unverändert hingegen bleiben die humanitäre Ausrichtung und insbesondere die Kraft der Musik. Zwar werden mithilfe digitaler Computereffekte ausladende Landschaftsgemälde auf die Leinwand gebracht, und eine schwerelose Kamera verleiht dem Wunsch nach grenzenloser Freiheit in Zeiten des Krieges Ausdruck. Doch bei allem visuellen Überschwang verliert Branagh keine Minute das aus den Augen, worum es in der Zauberflöte geht: die Musik. Wichtige Rollen besetzt er nicht mit Schauspielern, sondern mit Opernsängern, beispielsweise mit dem international ausgezeichneten Dresdner Bass René Pape. Dadurch verliert der Film zwar an Temperament, doch gewinnt dafür an Tiefe. Trotz zahlreicher Effekte richtet sich die Neuverfilmung von „Die Zauberflöte“ somit in erster Linie an Operfans und wird musikalisch auch hohen Ansprüchen gerecht.
Falk Osterloh
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