ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2008Seltene Erkrankungen: Forschungsförderung aufgestockt

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Seltene Erkrankungen: Forschungsförderung aufgestockt

Dtsch Arztebl 2008; 105(6): A-247 / B-223 / C-219

Hillienhof, Arne

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LNSLNS Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) will die Erforschung von seltenen Erkrankungen, sogenannten Orphan Diseases, ausbauen. Es stellt dazu in den kommenden zwölf Jahren 80 Millionen Euro bereit. Das gab Bun­des­for­schungs­minis­terin Annette Schavan in Berlin bekannt. „Viele seltene Krankheiten haben verheerende Konsequenzen, nicht nur für die Patienten, sondern auch für die betroffenen Familien“, betonte die Ministerin. Sie verursachten chronische Leiden, senkten die Lebenserwartung und führten zum Teil schon im Kindes- und Jugendalter zum Tod.

Die geförderten Forschungsverbünde sollen verschiedene Forschungs- und Entwicklungsschritte verknüpfen. „Sowohl die Umsetzung von Ergebnissen der Grundlagenforschung in die klinische Forschung als auch die Umsetzung in die Versorgung von Patientinnen und Patienten soll nachhaltig verbessert werden“, sagte Schavan. Sie rief Wissenschaftler dazu auf, bis zum 12. Februar 2008 ihre Anträge zu Forschungsvorhaben einzureichen. Die Ministerin wies zudem darauf hin, dass deutsche Wissenschaftler bei der Erforschung seltener Erkrankungen international sehr erfolgreich seien. Zum Beispiel koordinierten deutsche Forscher sechs von 13 entsprechenden EU-Projekten zum Thema, an zehn seien deutsche Partner beteiligt.

Krankheiten gelten als selten, wenn weniger als eine von 2 000 Personen davon betroffen ist. An einer einzelnen Krankheit leiden somit zwar nur wenige Patienten, aber da es rund 5 000 bis 8 000 solcher Erkrankungen gibt, sind Millionen Menschen betroffen. hil
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