ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2008Randnotiz: Clown schööööön ?

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Randnotiz: Clown schööööön ?

Dtsch Arztebl 2008; 105(6): A-247 / B-223 / C-219

Gerst, Thomas

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LNSLNS Wenn sie einen Clown sah – und das kommt zur Karnevalszeit in Köln häufiger vor –, schrie meine kleine Tochter und war kaum mehr zu beruhigen. Gar nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn sie bei einem Kranken­haus­auf­enthalt auf Bilder von lustigen Clowns gestoßen oder einem lebendigen Spaßmacher begegnet wäre. Der Therapieerfolg wäre ernsthaft gefährdet gewesen.

Ungewöhnlich war das Verhalten meiner Tochter aber gar nicht – das zeigt nun eine Studie der University of Sheffield, deren Ergebnisse gerade im britischen Magazin „Nursing Standard“ veröffentlicht wurden. Auf Kinderstationen in britischen Krankenhäusern wurden 250 Patienten im Alter von vier bis 16 Jahren danach befragt, wie sie Bilder von Clowns wahrnehmen, die auf den Stationen zur Stimmungsaufhellung beitragen sollen. Überraschendes Ergebnis: Keines der Kinder fand die Bilder lustig, niemand mochte die Darstellungen. Viele der kleineren Kinder fürchteten sich sogar davor. Schlussfolgerung der Studienleiterin Dr. Penny Curtis: „We found that clowns are universally disliked by children.“ Bei der Gestaltung der Krankenhausräume müsse man sich künftig stärker nach den Wünschen der kleinen Patienten richten und auf Clown-Darstellungen verzichten.

Folgerichtig sollte man jetzt noch eine Studie darüber anschließen, wie Kinder im Krankenhaus auf das Erscheinen leibhaftiger Clowns reagieren. Nicht dass die „lustigen Clowns im tristen Krankenhausalltag“ bei den kleinen Patienten genau das Gegenteil von dem bewirken, was die Erwachsenen glauben. Vielleicht wird man sie dann bald nur noch an Halloween in die Krankenhäuser lassen.
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