ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2008Komplementärmedizin: Vorsicht geboten
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Wenn man die strikte Trennung zwischen sogenannter Schulmedizin und alternativen Heilmethoden aufheben möchte, sollte man sehr genau darauf achten, welche komplementären Methoden man in die schulmedizinische Praxis integrieren will. Als Beispiele wurden die Akupunktur, Naturheilkunde und Homöopathie genannt. Bei der Akupunktur verwundert es, dass es bei bestimmten Indikationen für einen Therapieerfolg unwichtig ist, wohin man sticht, sodass es unsinnig erscheint, die verschiedenen Meridiane zu erlernen. Die Phytotherapie ist nicht immer „sanft“, sondern manche pflanzlichen Substanzen können erhebliche Nebenwirkungen aufweisen. Der Homöopathie, bei der die oft unter obskuren Riten hergestellten Zuckerkügelchen fast keine Wirksubstanz mehr besitzen, ist es in fast 200 Jahren nicht gelungen, Wirkungen nachzuweisen, die über den Placeboeffekt hinausgehen. An den Wirkungsnachweis schulmedizinischer Medikamente und Methoden werden hohe Anforderungen gestellt. Wenn die Medizin seriös bleiben will, muss sie diese Anforderungen auch an die alternativen Methoden stellen, bevor diese in das Spektrum der ärztlichen Therapien aufgenommen werden.
Prof. Dr. med. Claus Werning, Starenweg 9,
50226 Frechen
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