ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2008Selbsthilfe: Dumpfe Meinungen
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. . . Was das DÄ mit „Schmuddelecke“ meint, wird leider nicht erklärt. Ebenso seltsam ist, dass die Publikation der Bundes­ärzte­kammer und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung ohne jede journalistische Recherche sich darin gefällt, Darstellungen schlicht nachzuplappern. Zu lesen ist: „In der von der Selbsthilfe-Fördergemeinschaft der Ersatzkassen in Auftrag gegebenen Arbeit untersuchte der Wissenschaftler acht große Selbsthilfeorganisationen. Die Forschungsergebnisse sind erschreckend: Patientinnen und Patienten würden als quasi betroffene ,Pharmareferenten‘ genutzt . . .“ Wie kann das DÄ von Forschungsergebnissen sprechen, wenn keine Forschung stattfand? Der sogenannte Werkstattbericht hat nicht einmal die Qualität einer universitären Hausarbeit. Das DÄ gibt ziemlich dumpfe Meinungsäußerungen wieder. Seltsamerweise findet man keinen Hinweis, dass der Verband der Angestellten-Krankenkassen die Auftragsarbeit unter Zweckentfremdung von Mitteln aus § 20 SGB V in Auftrag gab. Mit keiner Zeile ist erwähnt, dass die Selbsthilfeverbände über ihren Dachverband den Auftraggeber aufgefordert haben, die falschen Tatsachenbehauptungen aus dem Pamphlet zu entfernen. Dieses ist bisher nicht erfolgt und wird wohl auch nicht erfolgen . . . Die Forderung der Transparenz in der gesundheitlichen Selbsthilfe finde ich extrem gut. Ich würde die Transparenz auch extrem gut finden bei den gesetzlichen Krankenkassen . . . Das einzig wirklich Wichtige an der ganzen Botschaft ist die chronische Unterfinanzierung der gesundheitlichen Selbsthilfe. Und warum ist und bleibt das so? Vielleicht recherchiert das DÄ einmal diesen Sachverhalt . . .
Dipl.-Kfm. Hans-Detlev Kunz, Geschäftsführer, Deutscher Psoriasis Bund e.V., Seewartenstraße 10, 20459 Hamburg
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