ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2008Pulmonal-arterielle Hypertonie: Mit Sitaxentan selektiv den Rezeptor hemmen

PHARMA

Pulmonal-arterielle Hypertonie: Mit Sitaxentan selektiv den Rezeptor hemmen

Dtsch Arztebl 2008; 105(6): A-281

Wehr, Alexander

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LNSLNS Ziel der Therapie der pulmomalen-arteriellen Hypertonie (PAH) ist es, den pulmonal-arteriellen Druck auf Werte unter 25 mmHg in Ruhe und unter 30 mmHg bei Belastung zu senken. Drei Wirkprinzipien werden in der Praxis angewendet: Prostazyklin-Analoga erweitern kurzzeitig die Lungengefäße; eine länger anhaltende Gefäßerweiterung bewirken die Endothelin-Antagonisten Bosentan und Sitaxentan – eine Substanz, die gezielt am Endothelin-A-Rezeptor angreift und somit die Gefäßverengung sowie deren bindegewebigen Umbau wirkungsvoll inhibiert.

Hämodynamische Parameter signifikant verbessert
Dies belegten die Studien aus dem STRIDE*-Prüfungsprogramm, an dem mehr als 1 400 Patienten beteiligt sind. Nach zwölf bis 18 Wochen Therapie hätten sich sowohl die NYHA-Klassifikation als auch die hämodynamischen Parameter signifikant gebessert, erläuterte Dr. Frank Reichenberger (Gießen) in Hamburg. Zudem verlängerte sich die 6-Minuten-Gehstrecke im Vergleich zu Placebo um 37 Meter.

Eine Extensionsstudie, an der 41 Kollagenosepatienten mit PAH teilnahmen (Dosierung von Sitaxentan 100 oder 300 mg), bestätigt die günstige Langzeitwirkung von Sitaxentan (Thelin®) bei diesem schwierig zu therapierenden Kollektiv: Nach einer mittleren Therapiedauer von 26 Wochen verbesserte sich das NYHA-Funktionsniveau bei 54 Prozent der Patienten um mehr als eine Klasse. Das Medikament ist zur Behandlung bei Pulmonalarterien-Hypertonie ab Funktionsklasse III zugelassen.
Daten aus einer weiteren Studie, einem Direktvergleich von Sitaxentan und Bosentan, deuten darauf hin, dass die selektive Blockade der ETA-Rezeptoren durch Sitaxentan Vorteile im Hinblick auf die Überlebenszeit und Verträglichkeit der PAH-Therapie hat – insbesondere bei Patienten mit Kollagenosen.
Die Symptome der Erkrankung sind unspezifisch und schwer von denen anderer Herz- oder Lungenerkrankungen abzugrenzen, weshalb eine PAH meist erst in späten Stadien erkannt wird. Eine frühzeitige Echokardiografie des Herzens könnte hier die Zeit bis zur Diagnose verkürzen. Mit der Abnahme der körperlichen Belastbarkeit wird Dyspnoe zum häufigsten Symptom. Weitere typische Symptome sind Zyanose, Synkopen, unspezifische Abgeschlagenheit (Fatigue), Raynaud-Syndrom, Angina pectoris und periphere Ödeme.
Dyspnoe, Schwindel und Abgeschlagenheit sind bei PAH zwar häufig, aber unspezifisch. Treten sie bei Patienten mit hohem PAH-Risiko auf, etwa bei Kollagenosen, Herzfehlern mit Links-rechts-Shunt oder HIV-Infektion, dann sind weitere diagnostische Schritte nötig. Das wichtigste Screeninginstrument sei die Echokardiografie des rechten Herzens durch einen erfahrenen Untersucher. Damit kann indirekt der pulmonal-arterielle Druck gemessen werden. Zur Sicherung der Diagnose sei allerdings die Untersuchung per Rechtsherzkatheter in einem spezialisierten PAH-Zentrum der Goldstandard. Mithilfe des 6-Minuten-Gehtests kann die Prognose eingeschätzt werden.
Man schätzt, dass in Deutschland etwa 2 000 bis 3 000 Menschen an PAH erkrankt sind.
Alexander Wehr

Pressegespräch „Thelin® (Sitaxentan) – Es geht weiter für Sklerodermie-Patienten mit pulmonaler-arterieller Hypertonie“ in Hamburg, Veranstalter: Encysive

* STRIDE = Sitaxentan To Relieve Impaired Exercise
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