ArchivDeutsches Ärzteblatt PP2/2008Psychosomatik: Stationäres berufsbezogenes Training

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Psychosomatik: Stationäres berufsbezogenes Training

PP 7, Ausgabe Februar 2008, Seite 57

MS

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LNSLNS Psychologen der Medizinisch-Psychosomatischen Klinik Roseneck in Prien am Chiemsee haben Gruppeninterventionen evaluiert, mit deren Hilfe erwerbslose und beruflich hochgradig belastete Patienten wieder ins Erwerbsleben zurückfinden sollten. An der Studie nahmen 260 Patienten mit verschiedenen Diagnosen (depressive Störungen, Angststörungen, Essstörungen) teil, die aufgrund einer hohen beruflichen Belastung den Berufsalltag nicht mehr bewältigten und stationär behandelt werden mussten.
Alle Patienten erhielten die Standardtherapie, die auf einem individuumszentrieren, kognitiv-verhaltenstherapeutischen Ansatz basierte und unter anderem ein Einzelgespräch, eine Entspannungs- und Bewegungstherapie, das Training sozialer Kompetenzen, die Leistungs- und Berufsinteressentestung sowie eine Vermittlung zur Rehafachberatung enthielt. 108 Patienten nahmen zusätzlich an einem Gruppentherapieprogramm „Stressbewältigung am Arbeitsplatz“ teil mit der Schwerpunktsetzung auf Motivation, Psychoedukation und Belastungsbewältigung. Beide Gruppen erzielten zunächst positive Behandlungsergebnisse, von denen aber viele nur bis zu drei Monate nach Therapieende aufrechterhalten wurden.
Die Patienten, die das Zusatzprogramm absolviert hatten, nahmen anschließend häufiger an beruflichen Rehamaßnahmen teil, es gelang ihnen eher eine berufliche Wiedereingliederung, und sie waren in der Lage, beruflichen Stress und Konflikte am Arbeitsplatz besser zu bewältigen als die Vergleichsgruppe. ms

Koch S, Geissner E, Hillert A: Berufliche Behandlungseffekte in der stationären Psychosomatik. Zeitschrift für Psychiatrie, Psychologie und Psychotherapie 2007; 55(2): 97–109.
Dipl.-Psych. Stefan Koch, Medizinisch-Psychosomatische Klinik Roseneck, Am Roseneck 6, 83209 Prien am Chiemsee, E-Mail: skoch@schoen-kliniken.de
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