ArchivDeutsches Ärzteblatt PP2/2008Qualitätszirkel: „jahrelange Lernkurve nach oben“

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Qualitätszirkel: „jahrelange Lernkurve nach oben“

PP 7, Ausgabe Februar 2008, Seite 65

Rieser, Sabine

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„Qualitätszirkel sind die beste Form der Fortbildung für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte“, findet Dr. med. Medard Reis (50) aus Neuwied. Der niedergelassene Urologe engagiert sich seit rund 15 Jahren in Qualitätszirkeln (QZ). Er hat vielfältige Erfahrungen als QZ-Moderator gesammelt und bildet sich derzeit zum Tutor fort, der Moderatoren unterstützen soll.
Als niedergelassener Arzt nervte es ihn, dass es bei Stammtischrunden mit Kollegen „so oft ums Abrechnen und Jammern ging“. Viele Fortbildungen erschienen ihm damals zu einseitig: „Thema war eigentlich nie das, was wir Urologen jeden Tag in der Praxis machten.“ Reis hielt Ausschau nach Kollegen, denen es ähnlich ging. Er fand eine Handvoll, preschte vor und belegte QZ-Moderationskurse bei seiner Kassenärztlichen Vereinigung (KV). Relativ schnell entstanden ein urologischer und ein fachübergreifender Qualitätszirkel, die er beide moderierte.
Im ersten Qualitätszirkel ging es darum, sich mit Kollegen derselben Fachrichtung auszutauschen. Es sei erstaunlich gewesen, wie intensiv man dann über vermeintliche Routinearbeit geredet habe, erinnert sich Reis.
Ziel des fachübergreifenden Zirkels war es dagegen, Kollegen besser kennenzulernen, zu denen man regelmäßig Patienten überwies. „Wir haben uns reihum jede Praxis angeguckt“, erzählt Reis. „Man weiß dann genau, was Patienten bei einem Kollegen erwartet und wie er behandelt. Außerdem entwickelt man einen anderen Zusammenhalt und traut sich eher, einmal um Rat zu fragen.“
Ihm selbst hat die QZ-Arbeit „eine jahrelange Lernkurve nach oben“ beschert. Als Moderator musste er lernen, die Treffen zu steuern, auf den begrenzten Zeitrahmen zu achten und „mit Kläffern und Störern umzugehen“. Bei aller berechtigten Kritik an den KVen, sagt Reis, wenn man sich ansehe, wie sich mit ihrer Unterstützung QZ etabliert hätten und weiterentwickelten, dann sei das gute Arbeit.
Warum er sich für die Fortbildung entschieden hat? Weil er viel von QZ-Arbeit hält. Und weil eines seiner Prinzipien lautet: „Jedes Jahr muss man etwas Neues machen.“ 2007 war es der Einstieg in die Tutoren-Fortbildung. Rie
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