ArchivDeutsches Ärzteblatt PP2/2008Forschung: Plumpe Diffamierungen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS In der beschriebenen Studie wird von der Hypothese ausgegangen, dass Psychotherapie zu einer reduzierten Inanspruchnahme des Gesundheitssystems führt. Hat die Studie denn eigentlich auch untersucht, ob Psychotherapie bei den Anlässen für die Aufnahme einer Psychotherapie einen Effekt aufweist, was ja eigentlich bei gesundem Menschenverstand etwas mehr Sinn ergibt? Ist denn eigentlich mal im somatischen Bereich untersucht worden, ob durch die Inanspruchnahme eines somatischen Mediziners die Inanspruchnahme des Gesundheitssystems geringer geworden ist, weil man doch davon ausgehen sollte, dass ein Patient, der zum Arzt geht, danach wieder gesund ist? Ich will jetzt nicht fordern, dass angesichts zu erwartender „eher begrenzt erscheinender Effekte“ im Bereich der somatischen Versorgung „weitere versorgungsrelevante Studien zur Wirksamkeit“ der Medizin zu erbringen sind. Man kann aber sehr wohl fordern, das solch plumpe Diffamierungen der psychotherapeutischen Versorgung, hinter der eindeutige politische Absichten zum Rausschmiss der Psychotherapie aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen zu erkennen sind, zu unterlassen sind.
Dipl.-Psych. Jörg Stolley-Mohr, Sandrartstraße 47, 90419 Nürnberg
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige