ArchivDeutsches Ärzteblatt PP2/2008Maueröffnung: Stress durch innerdeutsche Migration

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Maueröffnung: Stress durch innerdeutsche Migration

PP 7, Ausgabe Februar 2008, Seite 81

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LNSLNS Nach der „Wende“ zogen Millionen Bundesbürger von Ost- nach Westdeutschland und umgekehrt. Psychologen und Soziologen der Universitäten Leipzig und Ulm haben sich jetzt mit den Auswirkungen dieser innerdeutschen Migration auf das körperliche und psychische Befinden der Migranten befasst. Sie verglichen die Angaben von 54 Probanden, die von West- nach Ostdeutschland, und von 68 Probanden, die von Ost- nach Westdeutschland übergesiedelt waren, mit den Angaben von 1 136 westdeutschen und 294 ostdeutschen Nichtmigranten und fanden heraus, dass Migration einen Belastungsfaktor darstellt, der mit erhöhtem Stress, eingeschränktem körperlichem Wohlbefinden und verstärkten körperlichen Symptomen einhergeht. Während aber die Ost-West-Migranten im Wesentlichen von ihrem Umzug profitieren, nahmen die Probleme für die West-Ost-Migranten merklich zu. Wie diese und andere Studien zeigten, gewannen Ost-West-Migranten durch den Umzug in den Westen mehr Handlungsmöglichkeiten und Lebensqualität, überwanden rasch anfängliche Anpassungsschwierigkeiten, waren zuversichtlicher und lebenszufriedener, und nur die wenigsten beabsichtigen, in die neuen Bundesländer zurückzukehren. „West-Ost-Migranten gaben hingegen eine niedrigere Lebensqualität an als alle anderen Gruppen“, berichten die Wissenschaftler. ms

Albani C, Blaser G, Geyer M, Bailer H, Grulke N, Schmutzer G, Brähler E: Innerdeutsche Migration und psychisches Befinden. Psychotherapeut 2007; 52(5): 347–54.
PD Dr. med. habil. Cornelia Albani, Klinik für Psychotherapie und Psychosomatische Medizin, Universitätsklinikum, K.-Tauchnitz-Straße 25, 04107 Leipzig, E-Mail: Cornelia.Albani@medizin. uni-leipzig.de
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