ArchivDeutsches Ärzteblatt PP2/2008Schizophrenie: Kognitiv-behaviorale Interventionen

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Schizophrenie: Kognitiv-behaviorale Interventionen

PP 7, Ausgabe Februar 2008, Seite 82

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LNSLNS In den letzten Jahren mehren sich Studien zur Schizophrenie, die darauf hindeuten, dass Wahn und Halluzinationen mit spezifischen kognitiven Verarbeitungsstilen einhergehen. Als solche gelten beispielsweise voreiliges Schlussfolgern, Schwierigkeiten in der Perspektivenübernahme, external-personale Attributionsstile und fehlerhafte Quellenattribution. Die Annahme, dass kognitive Techniken bei Wahn und Halluzinationen wirksam sein könnten, wird damit begründet, dass psychotische Symptome auf einem Kontinuum zu normalem Erleben liegen und damit auch schizophrene Patienten für kognitive Interventionen zugänglich sind. Die Autoren haben bisher eingesetzte und evaluierte Therapieelemente zur Behandlung von Wahn und Halluzinationen in einer Übersicht zusammengestellt und kommen zu dem Ergebnis, dass die meisten Interventionen eher indirekt auf eine Veränderung der kognitiven Verarbeitungsdefizite abzielen, und es bisher nicht evaluiert ist, ob sie tatsächlich eine Veränderung der kognitiven Stile bewirken und ob eine solche Veränderung ein Wirkfaktor der Therapie ist. Zudem liegen die Effektstärken bislang nur im mittleren Bereich. Dennoch kommen die Autoren zu dem Schluss: „Kognitiv-behaviorale Interventionen zur Behandlung von Wahn und Halluzinationen haben sich insgesamt als ein hoffnungsvoller Ansatz herausgestellt, der überwiegend an den relevanten kognitiven Prozessen ansetzt, zu einer Verbesserung der Symptomatik beiträgt und von Patienten gut angenommen wird.“ ms

Lincoln T, Rief W: Kognitive Verhaltenstherapie von Wahn und Halluzination. Zeitschrift für Klinische Psychologie und Psychotherapie 2007; 36(3): 164–75.
Dr. Tania Lincoln und Prof. Dr. Winfried Rief, Philipps-Universität Marburg, AG Klinische Psychologie, Gutenbergstraße 18, 35032 Marburg
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