ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2008Schleswig-Holstein: Keine Einigung über Hausarztmodell

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Schleswig-Holstein: Keine Einigung über Hausarztmodell

Dtsch Arztebl 2008; 105(7): A-301 / B-273 / C-269

Rabbata, Samir

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LNSLNS Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) und der Hausärzteverband in Schleswig-Holstein haben die Verhandlungen mit den Krankenkassen über eine hausarztzentrierte Versorgung abgebrochen. Als Grund gaben die Ärzteorganisationen unterschiedliche Vorstellungen über die Finanzierung des Modells an. „Hausarztverträge nur über Einsparungen zu finanzieren, reicht nicht aus“, sagte Ralf Büchner, Vorsitzender der KV Schleswig-Holstein.

Das gemeinsame Vertragsangebot von AOK, Ersatzkassen, BKK-Landesverband Nord und Landwirtschaftlicher Krankenkasse sieht vor, das Hausarztmodell ausschließlich über Einsparungen zu finanzieren. Die Kostenträger gehen von einem Einsparpotenzial von rund 15 Millionen Euro aus. Diese Summe soll den an dem Vertrag teilnehmenden Ärzten zufließen. „Eine immer älter und kranker werdende Gesellschaft macht die medizinische Versorgung aber teurer und ist zum Nulltarif nicht zu haben“, betonte Büchner. „Wo soll der Nachwuchs herkommen, wenn die hausärztliche Versorgung weiter unterfinanziert wird?“, fragte Nicolay Breyer, Vorsitzender des Landesverbandes der Hausärzte in Schleswig-Holstein.

Ärzte und Kassen sehen nun den jeweils anderen Verhandlungspartner in der Pflicht, ein neues Angebot vorzulegen. Zwar müssen die Krankenkassen nach den Vorgaben der jüngsten Gesundheitsreform für ihre Versicherten Hausarztmodelle anbieten. Sie können sich ihre Verhandlungspartner jedoch frei wählen, solange diese von einer Gruppe von Hausärzten legitimiert wurden, Vertragsverhandlungen zu führen. Als alternativer Verhandlungspartner für die Krankenkassen steht die Ärztegenossenschaft Schleswig-Holstein bereit. Allerdings lehnt auch sie das Angebot der Kassen ab. SR
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