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Sehr geehrter Herr Professor Hoppe, ich verstehe die Sorge der Bundesärztekammer um das Ansehen der Profession . . . In dem oben genannten Artikel wird von Ihnen zum Umgang mit IGeL-Leistungen beim Erstkontaktgespräch ausgeführt: „Er (der Arzt) muss ihm (dem Patienten) Bedenkzeit geben, ob er diese individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) in Anspruch nehmen will. Auch der Deutsche Ärztetag hat sich 2006 dagegen ausgesprochen, dass IGeL-Angebote gleich im Erstkontaktgespräch auf den Tisch gelegt werden.“ Weiter ist im Schlusssatz zu lesen: „Denn wenn in einer Arztpraxis ein solcher Flyer nicht zur Verfügung steht, dann wird es die Patienten stutzig machen.“ Die letzten Jahre der Gesundheitspolitik haben mich für zeitmanagementkritische Organisationsvorgaben im Gesundheitssystem sensibilisiert. Im Bereich der Augenheilkunde stellen u. a. die Glaukom-Vorsorgeuntersuchung und die optische Biometrie vor Katarakt-Operation seriöse IGeL-Leistungen dar. Eine Aufklärung über die Glaukom-Vorsorgeuntersuchung ist aus rechtlichen Gründen erforderlich, und die optische Biometrie hat zu einer deutlichen Verbesserung der Ergebnisqualität der Katarakt-Operation geführt. Besonders in der Augenheilkunde werden die Terminvergaben für Patienten ohne akute Symptomatik – bürokratiebedingt – immer langfristiger und sollten nicht weiter ausgedehnt werden. Ich möchte mich gern an die Vorgaben der Bundesärztekammer halten und meinen Patienten natürlich auch den geplanten Flyer zur Verfügung stellen. Wenn jedoch in dem Flyer die Seriosität des IGeL-Angebots explizit an eine Mindestbedenkzeit geknüpft oder als Voraussetzung suggeriert wird, lässt sich dieser Vorgabe vermutlich nur durch einen erneuten Untersuchungstermin zur Durchführung der IGeL-Leistung entsprechen. Dies ist jedoch im gemeinsamen Interesse von Arzt, Patient und Begleitpersonen nicht an der gängigen Praxis orientiert. Vielmehr spielen die Aspekte von Wartezeiten auf Termine, Wartezeiten in der Sprechstunde und die Anzahl der notwendigen Termine bis zum Erreichen des Behandlungsergebnisses neben der Ergebnisqualität für die Patienten eine zentrale Rolle . . .
Dr. med. Jens Eckert, Schützenstraße 2,
78056 Villingen-Schwenningen

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