ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2008Demenzerkrankungen: Ratlose Patienten
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Der Beitrag spiegelt sehr übersichtlich ein Dilemma der bundesdeutschen Versorgungsrealität Demenzkranker wider: hier Leitlinien/evidenzbasierte Medizin/Qualitätssicherung – dort die traurige Realität. Solange die politische Unehrlichkeit weiter gepflegt wird, jedem die notwendige und adäquate Behandlung zuzusagen, dann aber den Budgettopf fest zu deckeln, bleiben die Patienten und Angehörigen ratlos. Dies kann man auf jeder Informationsveranstaltung für Betroffene und Angehörige feststellen. Die angesprochene Früherkennung von Demenzen ist medizinisch und volkswirtschaftlich richtig und zu begrüßen. Ein 2-Minuten-Test reicht aber dafür nicht aus, sondern führt allzu oft fälschlicherweise zu der Feststellung, es liege keine Demenz vor . . . Es gibt neben dem im Artikel beschriebenen noch reichlich weiteren Verbesserungsbedarf. Vor allem dürfen wir uns nicht durch diverse seelenlose Verwaltungsvorgänge gegenüber unseren Demenzpatienten entsolidarisieren lassen. Schon 30 Prozent Responder auf ein Antidementivum würden viel menschliches Leid und Folgekosten verhindern.

Rainer Kortus, Chefarzt der Klinik für Alterspsychiatrie und -psychotherapie, Stellvertretender Ärztlicher Direktor, Zentrum für Psychiatrie Winnenden, Schloßstraße 50, 71364 Winnenden

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