ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2008Demenzerkrankungen: Zurückhaltung angebracht
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. . . Die angemahnte Vorverlagerung der Demenzdiagnose und frühzeitige Therapie mit einem Antidementivum zur Verbesserung der Prognose sind nicht belegt. Bei Beeinträchtigung der Gedächtnisleistung ohne Demenzdiagnose führen die Medikamente nicht zu einer Verzögerung der Demenzdiagnose. Antidementiva werden von den Betroffenen schlecht vertragen, die Therapietreue ist limitiert. Sie haben im Vergleich mit Placebo moderate Effekte auf in Skalen gemessene Werte. Die Verzögerung der Heimeinweisung durch Antidementiva ist hypothetisch und basiert auf dem Versuch, Surrogatergebnisse modellhaft auf das klinisch relevante Ergebnis zu übertragen. Antidementiva sind teuer, aussagekräftige Kosten-Effektivität-Analysen stehen aus. Den Hausärzten ist kein Vorwurf zu machen, dass sie bei den marginal bis mäßig zu erwartenden Effekten durch Antidementiva und deren fragwürdiger klinischer Relevanz zurückhaltend verordnen. Der Nutzenreport des IQWiG zeigt auf, dass künftig zu klären bleibt, welche Subgruppe Betroffener von Antidementiva profitieren kann. Einer undifferenzierten Versorgung mit den Medikamenten sollte bis dahin nicht das Wort geredet werden . . .

Literatur bei den Verfassern
Prof. Dr. phil. Gabriele Meyer, Rosa Mazzola, Universität Bremen, FB 11,
Institut für Public Health und Pflegeforschung IPP, Grazer Straße 6, 28359 Bremen
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