ArchivDeutsches Ärzteblatt9/2008Palliativmedizin: Jahrelange Erfahrung
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. . . Als Hausärztin, die seit 20 Jahren alte, demente und krebskranke Menschen zu Hause oder in Pflegeeinrichtungen meist bis zum Tod begleitet, habe ich viel gelernt und lerne noch immer. Als Lehrbeauftragte der Universität im Fach Allgemeinmedizin und Ärztin, die die Genehmigung zur Ausbildung von Assistenten hat, kann ich mein Wissen an interessierte Kollegen weitergeben. Palliativmedizin beginnt da, wo Heilung nicht mehr möglich ist. So sind eigentlich fast alle Patienten, die zu Hause oder in Pflegeeinrichtungen betreut werden, palliativ zu versorgen. Menschen mit akuter oder chronischer Schädigung des Gehirns können ihre Schmerzen und Beschwerden nicht oder inadäquat, z. B. durch Unruhe, Essenverweigerung, äußern. Das wurde und wird nicht beim Studium gelehrt, wie ich nach Rückfrage bei den Studenten und Assistenzärzten erfahren habe . . . Demente Menschen, unsere häufigsten Patienten, die palliativmedizinisch zu versorgen sind, können nur im Team mit Pflegekräften und Angehörigen adäquat gut versorgt werden. Um das Bewusstsein bei den Medizinstudenten zu schärfen, verlege ich möglichst einige Lehrstunden in das Heim und versuche, die vielfältigen Probleme einer guten palliativen Versorgung der Heimbewohner bis hin zum Sterben am Krankenbett aufzuzeigen. Dieser Bereich der Palliativmedizin kann nur von hausärztlich tätigen Kollegen, die über jahrelange Erfahrung verfügen, weitervermittelt werden.

Dr. med. Maria Hussain, Fürstenrieder Straße 95, 80686 München
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