ArchivDeutsches Ärzteblatt16/1997Bandscheiben: Unerwähnte Komplikationsmöglichkeiten

SPEKTRUM: Leserbriefe

Bandscheiben: Unerwähnte Komplikationsmöglichkeiten

Scholz

Zu dem Beitrag "Therapie des Bandscheibenvorfalls: Minimal-invasive Dekompression per Laser" von Elisabeth Moosmann in Heft 12/1997
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LNSLNS Die Komplikationsmöglichkeiten der perkutanen Laserdiskusdekompression (PLDD) werden in dem Artikel nicht erwähnt. Nach unseren Erfahrungen mit 20 auswärts lumbal laser-diskotomierten und in unserer Klinik mikrochirurgisch nachoperierten Patienten besteht bei den Betroffenen oftmals der Irrglaube, es handele sich um ein völlig harmloses Verfahren, welches als konservative Therapiemaßnahme einzuschätzen ist. Wir hingegen beobachteten drei histologisch gesicherte Spondylodiscitiden nach PLDD. Außerdem ergab die Analyse der Computertomographien und Kernspintomographien vor der PLDD in allen Fällen eine falsche Indikationsstellung, das heißt, die PLDD wurde durchgeführt, obwohl ein sequestrierter Bandscheibenprolaps vorlag, in einem Fall sogar eine absolute Spinalkanalstenose. Die von Siebert genannten Kontraindikationen sollten also von allen Anwendern strengstens beachtet werden.
Die Aussage, daß 30 Prozent aller Patienten, die eine Bandscheiben-Operation hinter sich haben, an chronischen Rückenschmerzen leiden, ist falsch. Ebenso falsch ist die Aussage, daß nach fünf Jahren das postoperative Ergebnis mit dem Ergebnis nach konservativer Therapie übereinstimmt, da sich die Patientengruppen nicht miteinander vergleichen lassen. In der Regel werden Bandscheibenprotrusionen konservativ therapiert und dementsprechend nicht operiert, während sequestrierte Bandscheibenvorfälle und/oder knöcherne Stenosen operiert werden.
Dr. Scholz, Neurochirurgische Universitätsklinik, Knappschaftskrankenhaus, In der Schornau 23-25, 44892 Bochum
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