ArchivDeutsches Ärzteblatt9/2008Menschen mit Behinderung: Fahrtkosten bleiben voll absetzbar

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Menschen mit Behinderung: Fahrtkosten bleiben voll absetzbar

Dtsch Arztebl 2008; 105(9): [127]

Flintrop, Jens

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Menschen mit Behinderung sind nicht von der umstrittenen Kürzung der Entfernungspauschale betroffen. Foto: ddp
Menschen mit Behinderung sind nicht von der umstrittenen Kürzung der Entfernungspauschale betroffen. Foto: ddp
Ein neuer Ratgeber des Bundesverbandes für Körper- und Mehrfachbehinderte gibt wichtige Tipps zum Thema Lohnsteuererklärung.

Die Kürzung der Pendlerpauschale hat keine Auswirkungen für Menschen mit Behinderung. Für sie bleibt es bei folgender Regelung: Ab einem Behinderungsgrad von mindestens 70 % können tatsächlich entstandene Aufwendungen für die Hin- und Rückfahrt zwischen Wohnung und Arbeitsstätte ohne Einschränkungen bei der Steuererklärung geltend gemacht werden. Das Gleiche gilt, wenn der Grad der Behinderung mindestens 50 % beträgt und zusätzlich eine erhebliche Gehbehinderung vorliegt. Kann ein Mensch mit Handicap das Auto nicht selbst führen und wird von einer anderen Person zur Arbeit gefahren, können zudem Aufwendungen für notwendige Leerfahrten angegeben werden. Konkret heißt das: Fährt diese Person anschließend zum Wohnort zurück, ist in diesem Fall viermal die Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsplatz erstattungsfähig.

Weitere Informationen erhalten Interessierte in dem neuen Ratgeber „Steuermerkblatt 2007/2008“, den der Bundesverband für Körper- und Mehrfachbehinderte e.V. jetzt veröffentlicht hat. Er hilft Eltern behinderter Kinder, Familien mit behinderten Angehörigen oder berufstätigen Erwachsenen mit Behinderung, mögliche Steuervorteile geltend zu machen. Das Merkblatt folgt Punkt für Punkt den Formularen für die Steuererklärung 2007. So kann diese schrittweise bearbeitet werden. Das Steuermerkblatt gibt darüber hinaus Tipps zu kritischen oder strittigen Fragen, Verfügungen und Erlassen der Finanzverwaltung oder Entscheidungen des Bundesfinanzhofs.

Das Steuermerkblatt steht auf den Internetseiten des Bundesverbands unter www.bvkm.de in der Rubrik „Recht und Politik“ kostenfrei als Download zur Verfügung. Wer die gedruckte Version des Steuermerkblatts bestellen möchte, sendet einen mit 55 Cent frankierten und an sich selbst adressierten Rückumschlag an den Bundesverband für Körper- und Mehrfachbehinderte e.V., Stichwort „Steuermerkblatt“, Brehmstraße 5–7, 40239 Düsseldorf.

Der Bundesverband für Körper- und Mehrfachbehinderte e.V. ist ein Zusammenschluss von rund 28 000 Mitgliedsfamilien. Er vertritt die Interessen behinderter Menschen gegenüber Gesetzgeber, Regierung und Verwaltung.
Jens Flintrop
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